SpOn 19.09.2026
16:41 Uhr

Österreich: Sie wurde mit 5000 Penisbildern per Whatsapp belästigt – ganz legal– Podcast


Seit einem Jahr ist es in Österreich strafbar, unaufgefordert Bilder von Genitalien zu verschicken. Doch der Fall einer Betroffenen zeigt, warum das neue Gesetz nicht alle Probleme löst.

Österreich: Sie wurde mit 5000 Penisbildern per Whatsapp belästigt – ganz legal– Podcast

Als Judith vor eineinhalb Jahren bei einem Zwischenstopp auf einer Geschäftsreise ihre archivierten WhatsApp-Chats aussortiert, kann sie kaum glauben, was sie entdeckt: Seit Monaten schickt ihr eine nicht gespeicherte Nummer fast täglich pornografische Bilder und Videos – darunter Dickpics, also Fotos von einem Penis. Am Ende werden es mehr als 5000 sein.

Für Judith beginnt damit eine Odyssee. Denn sie will die Belästigung nicht einfach hinnehmen. Doch damals ist das unaufgeforderte Verschicken von Dickpics in Österreich noch keine Straftat, die Polizei hilft ihr nicht.

Und sie ist damit nicht allein. Die Aktivistin Frederika Ferková bekommt seit ihrem 13. Lebensjahr immer wieder ungefragt Dickpics zugeschickt. Anfang 2025 reicht es auch ihr. Gemeinsam mit ihrem Anwalt Philipp Springer geht sie zivilrechtlich gegen einen Mann vor, der ihr solche Bilder geschickt hat. Ferková macht den Fall öffentlich – und fordert, dass das ungefragte Versenden von Dickpics endlich strafbar wird.

Dabei beschäftigt das Thema die Politik zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahren. 2022 sind sich ÖVP und Grüne einig, dass es ein Dickpic-Verbot braucht. Doch die damaligen Koalitionspartner können sich nicht darauf einigen, wie: Die Grünen setzen auf eine verwaltungsstrafrechtliche Lösung, die ÖVP will das Verbot im Strafgesetzbuch verankern. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2024 kommt kein Gesetz zustande.

Dann geht es plötzlich schnell. Die neue Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos beschließt im Sommer 2025 das Dickpic-Verbot. Seit dem 1. September 2025 ist das unaufgeforderte und absichtliche Versenden von Genitalaufnahmen in Österreich strafbar. Wer dagegen verstößt, riskiert eine Geldstrafe oder bis zu sechs Monate Haft.

Doch warum Judiths Geschichte trotz des neuen Gesetzes noch lange nicht vorbei ist, wo die Grenzen des Dickpic-Verbots liegen und warum sich Betroffene weiterhin nicht ausreichend geschützt fühlen, hören Sie in der ersten von zwei Folgen zum Thema bei »Inside Austria«.

Hören Sie hier die aktuelle Folge:

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