SpOn 14.10.2026
09:30 Uhr

Papst Leo XIV.: Was bedeutet die Diagnose Adenokarzinom?


Papst Leo musste an der Lunge operiert werden. Wie der Vatikan mitteilte, entfernten Ärzte dem 71-Jährigen einen bösartigen Tumor. Der Überblick.

Papst Leo XIV.: Was bedeutet die Diagnose Adenokarzinom?

Was ist ein Adenokarzinom der Lunge?

Viele Lungentumoren sind Metastasen anderer Krebsarten. Ein Lungenadenokarzinom entsteht dagegen primär in der Lunge. So ist es dem Vatikan zufolge bei Papst Leo XIV.

Lungenkrebs wird in zwei Hauptgruppen unterteilt: nicht kleinzellige Karzinome, die häufigste Form, und kleinzellige Karzinome, die aggressiver sind. Laut der Amerikanischen Krebsgesellschaft machen diese etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle aus.

Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten, weniger aggressiven Gruppe und ist die häufigste Art von Lungenkrebs.

Obwohl Rauchen der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs bleibt, betrifft die Mehrheit der heute diagnostizierten Fälle Menschen, die nie geraucht haben oder vor Jahren damit aufgehört haben. Papst Leo ist nach Informationen der »New York Times« Nichtraucher.

Wie sind die Prognosen?

Lungenkrebs ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt stark von der Krebsart und dem Stadium des Tumors bei der Diagnose ab.

Ein Lungenadenokarzinom lässt sich gut behandeln, wenn es früh erkannt wird, erklärt Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands, der Nachrichtenagentur AFP. Beginne die Therapie rechtzeitig und werde der Tumor vollständig entfernt, liege die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 98 Prozent.

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Wie läuft die Standardbehandlung ab?

Papst Leo erklärte am Sonntag, der Tumor sei »in einem sehr frühen Stadium« entdeckt worden. Bereits am Dienstag entfernten Ärzte den Knoten operativ. Um sicherzugehen, dass kein bösartiges Gewebe zurückbleibt, entnahmen sie den gesamten Unterlappen des rechten Lungenflügels, teilte der Vatikan mit.

»Das entspricht dem Standardverfahren«, sagt Onkologe David Carbone der Nachrichtenagentur AFP. Die Entfernung eines Lungenlappens beeinträchtige die Lungenfunktion nicht zwangsläufig. Die Lunge habe eine große Reservekapazität. Selbst mit nur einem Lungenflügel könne man ein normales Leben führen. Carbone rechne damit, dass der Papst sich rasch erholen wird.

Was sind die nächsten Schritte?

Nun muss geklärt werden, ob Leo XIV. nach der Operation weitere Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie benötigt. Das hängt von der Größe des Tumors, seiner Aggressivität, genetischen Eigenschaften und einer möglichen Ausbreitung ab. Laut Vatikan laufen dazu bereits Untersuchungen.

Carbone sieht die schnelle Operation als gutes Zeichen: Hätte sich der Krebs etwa auf die Lymphknoten im Brustkorb ausgebreitet, wäre vor der Operation eine andere Behandlung nötig gewesen. Das deute auf einen Tumor im frühen Stadium mit guter Prognose hin.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert, sagt der Onkologe. Die Heilungschancen seien »besser als je zuvor«.

Der Berliner Mediziner Torsten Bauer hat das Screening zur Früherkennung von Lungenkrebs bei Hochrisikopatienten mitentwickelt. Lesen Sie hier, welche Hoffnungen er in das neue Konzept setzt – und warum rauchende Patienten mit Schamgefühlen kämpfen .

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, viele Lungenkrebserkrankungen seien Metastasen anderer Krebsarten. Richtig ist, dass viele Lungentumoren Metastasen anderer Krebsarten sind. Wir haben die Stelle korrigiert.

klk/AFP