Nach dem Tod einer Mitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts in Sibirien hat Russland nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Vorliegen einer Pestinfektion verneint. Die zuständige russische Gesundheitsbehörde habe den Todesfall zwar bestätigt, der WHO jedoch mitgeteilt, dass kein Pestfall registriert worden sei, teilte die Uno-Organisation mit.
Demnach habe die russische Aufsichtsbehörde berichtet, die Tests der Laborangestellten und der Personen, die mit ihr in Kontakt gekommen waren, seien negativ auf die untersuchten hochgefährlichen Krankheitserreger ausgefallen. Zudem zeigten ihre Kontaktpersonen weiterhin keine Symptome.Was die Lungenentzündung ausgelöst hat, wisse die WHO aber nach wie vor nicht.
Die WHO war nach eigenen Angaben am 2. Oktober durch Medienberichte auf den Vorfall am Forschungsinstitut für Pestbekämpfung im sibirischen Irkutsk aufmerksam geworden. Den Berichten zufolge war die Mitarbeiterin am 29. September wegen einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden und später gestorben. Dabei sei Lungenpest als Todesursache vermutet worden. Der Vorfall hatte zur Quarantäne von rund 200 Menschen geführt und in den sozialen Medien Sorgen vor einem Pestausbruch ausgelöst.
Nachdem der Fall bekannt geworden war, verlangte die WHO am Donnerstag von Russland Informationen über eine mögliche Pestinfektion. Kremlsprecher Dmitrij Peskow bezeichnete die entsprechenden Medienberichte in einem Pressebriefing zunächst als »Falschinformationen«.
Lesen Sie hier was über den Pestverdacht in Russland bekannt ist – und was nicht.
