SpOn 01.08.2026
11:00 Uhr

Russland-Ukraine-Krieg: Neun Tote nach russischen Raketenangriffen in Kyjiw


Russland hat die ukrainische Hauptstadt mit ballistischen Raketen übersät – mit verheerenden Folgen. Präsident Selenskyj beklagt fehlende Abwehrwaffen.

Russland-Ukraine-Krieg: Neun Tote nach russischen Raketenangriffen in Kyjiw

Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Medienberichten zufolge wurden mindestens neun Menschen getötet, 23 weitere verletzt, unter ihnen zwei Teenager.

Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko.

Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kyjiw werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahn-Stationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.

Selenskyj fordert Patriot-Abwehrraketen

Nach den Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ‌hat die Ukraine bei dem Großangriff auf das Land nur eine von 27 ballistischen Raketen abgeschossen. Seinem Land fehlten Abfangraketen für die US-Patriot-Systeme, sagte Selenskyj. Russland habe insgesamt 35 Raketen abgefeuert, darunter 27 ballistische Raketen und 185 Kampfdrohnen. ​Die Hauptstadt Kyjiw sei das Hauptziel des Angriffs gewesen.

Bei Angriff zerstörter Markt: Russische Raketenwelle vom vergangenen Donnerstag

Bei Angriff zerstörter Markt: Russische Raketenwelle vom vergangenen Donnerstag

Foto: Ukrinform / SIPA / action press

Mit seinen massiven Luftangriffen versucht Moskau, die ohnehin stark beanspruchte ukrainische Flugabwehr weiter zu überlasten. Als wirksamstes Mittel gegen ballistische Raketen gelten Patriot-Abfangraketen, von denen Kyjiw eigenen Angaben zufolge derzeit nicht mehr genügend hat.

Am Freitag hatte sich US-Präsident Donald Trump zurückhaltend zu einer möglichen Vergabe einer Lizenz an die Ukraine zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen geäußert. Dies hatte er noch Anfang Juli am Rande des Nato-Gipfels in Ankara in Aussicht gestellt. Seit Februar 2022 wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion.

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Bereits am Donnerstag standen Kyjiw und andere ukrainische Städte bei einem groß angelegten Angriff im Visier Russlands. Landesweit kamen dabei ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Schäden.

Ein Flugobjekt war dabei auch in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben der polnischen Regierung handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper.

Russische Flugabwehr schießt vier Drohnen ab

Auch die Ukraine griff wieder Ziele in Russland an. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, vier Drohnen seien zerstört worden. Über mögliche Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Das ukrainische Militär nimmt regelmäßig auch Ziele in Russland ins Visier, um den Krieg weiter in das Land des Angreifers zu tragen. Das Ausmaß der durch ukrainische Angriffe verursachten Schäden und die Zahl der Opfer sind aber nicht mit den von Russland angerichteten Zerstörungen in der Ukraine zu vergleichen.

mamk/dpa/Reuters