SpOn 28.04.2026
07:50 Uhr

Sarah Engels hält den ESC nicht für den richtigen Ort für politische Konflikte


Mehrere Länder boykottieren den Eurovision Song Contest. Wegen Israels Vorgehen im Gazastreifen hatten sie einen Ausschluss der Nation gefordert. Sarah Engels, die für Deutschland antritt, hat eine andere Haltung.

Sarah Engels hält den ESC nicht für den richtigen Ort für politische Konflikte

Wie politisch sollte oder darf der Eurovision Song Contest sein? Deutschlands Teilnehmerin Sarah Engels, 33, hält die Veranstaltung nicht für den richtigen Ort für harte Auseinandersetzungen. »Auf der Welt passieren aktuell schlimme Dinge. Davor darf man auf keinen Fall die Augen verschließen«, sagte die Sängerin der Nachrichtenagentur dpa. »Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Eurovision Song Contest die falsche Bühne ist, um tiefe politische Konflikte auszutragen.«

Hintergrund sind andauernde politische Debatten über das größte Musikevent der Welt. Mehrere Länder – Spanien, Irland, Niederlande, Slowenien und Island – boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

»Für mich ist das ein Ort für Musik«

Sie hatten im Vorfeld gefordert, den jüdischen Staat vom ESC auszuschließen. Die Europäische Rundfunkunion war der Forderung nicht nachgekommen, daraufhin hatten die fünf Länder ihren Rückzug erklärt. Auslöser des Gazakriegs war das Massaker der islamistischen Hamas und anderer Terroristen in Israel, bei dem am 7. Oktober 2023 etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 verschleppt wurden.

Das ESC-Finale findet am 16. Mai in Wien statt. Für Deutschland tritt Engels dort mit ihrem Lied »Fire« an.

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»Für mich ist das ein Ort für Musik, für Leidenschaft und dafür, Menschen emotional miteinander zu verbinden – egal woher sie kommen«, sagte Engels. »Es wäre einfach traurig, wenn diese verbindende Kraft verloren geht, weil wir versuchen, dort Probleme zu lösen, die eigentlich ganz woanders hingehören.« Sie finde, dass man das trennen können müsse – »ohne die Wichtigkeit der Themen herabzustufen«.

Hören Sie hier den »Inside Austria«-Podcast zu der Frage: Kann der ESC unpolitisch sein?

bbr/dpa