Es ist ein grausamer Fall: Eine Frau soll in einem Wohnhaus in Soest in Westfalen mehrfach über Monate hinweg gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Gegen vier männliche Personen sei Anklage wegen »diverser Delikte zulasten einer Frau« erhoben worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg der Nachrichtenagentur dpa. Zu den angeklagten Personen und Tatvorwürfen äußerte sich die Anklagebehörde demnach nicht und verwies auf das zuständige Landgericht, wo ein Strafprozess ansteht.
Der »Soester Anzeiger« und der WDR hatten zuvor berichtet, ein Anwohner habe eine Frau am 3. November spätabends halb nackt und gefesselt auf der Terrasse des Nachbar-Reihenhauses gesehen und die Polizei alarmiert. Sie sei zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen und monatelang im Krankenhaus behandelt worden.
Gegen vier Personen beginnt am 12. Oktober der Strafprozess. Es seien zwölf Verhandlungstage angesetzt, teilte das Landgericht Arnsberg auf Anfrage der dpa mit. Unter anderem gehe es um gefährliche Körperverletzung und Vergewaltigung, die den vier Angeklagten »in unterschiedlicher Beteiligung« vorgeworfen werde. Zwei Männer sitzen laut Gericht in Untersuchungshaft. Bei den beiden anderen Anklagten handele es sich um Jugendliche.
Der schockierende Fall erinnert an einen Kriminalfall von Höxter, wenngleich es deutliche Unterschiede gibt. In Höxter, Ostwestfalen, waren Frauen auf einem Hof grausam gequält worden, zwei starben an ihren Misshandlungen.
Als Täter war Wilfried W. 2018 wegen Mordes durch Unterlassen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ende 2023 ordnete das Landgericht Paderborn zusätzlich an, dass er nach Verbüßen der Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Seine Frau war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Paar hatte Frauen mit Kontaktanzeigen auf ihren Hof gelockt.
In dem Soester Fall war das Opfer aber nach Informationen aus Justizkreisen nicht dauerhaft eingesperrt. Dennoch sei es immer wieder zu den angeklagten Gewalttaten gekommen.
