SpOn 17.09.2026
12:10 Uhr

Spritpreise: Italien setzt Kfz-Steuer für Millionen Fahrzeuge aus


Die Bundesregierung ringt um Maßnahmen gegen die explodierenden Preise für Benzin und Diesel. In Italien hat die Koalition von Giorgia Meloni nun entschieden, für manche Autos, Roller und Motorräder 2027 keine Kfz-Steuer zu erheben.

Spritpreise: Italien setzt Kfz-Steuer für Millionen Fahrzeuge aus

Der italienische Staat verzichtet im kommenden Jahr weitgehend auf die Kfz-Steuer. 2027 wird keine Steuer auf alle Pkw mit einer Leistung von weniger als 80 Kilowatt erhoben, beschloss die Regierung in Rom. Die Regelung gilt auch für alle Motorräder sowie Motorroller und umfasst nach offiziellen Angaben insgesamt 14,5 Millionen Fahrzeuge.

Nach der jüngsten Eskalation in Nahost  sind die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen. In Italien liegen die Literpreise aktuell bei 2,13 Euro für Benzin beziehungsweise 2,24 Euro für Diesel. In Deutschland hat der Preis für Diesel ein neues Allzeithoch erreicht, auch Super E10 sei so teuer wie noch nie, teilte der ADAC mit. Ein Liter Diesel kostete demnach am Mittwoch ‌im Durchschnitt 2,45 ​Euro. ‌Diesel übertraf damit den bisherigen Höchststand vom 7. April 2026. Für Super E10 ‌mussten Autofahrer 2,31 Euro bezahlen.

In Berlin prüft die Bundesregierung derzeit Optionen, um Autofahrerinnen und Autofahrer zu entlasten . Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hatte etwa eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin ins Gespräch gebracht.

Die italienische Regierungschefin Meloni bezeichnete die Kfz-Steuer als »eine der meistgehassten Steuern« des Landes. Allerdings gilt die Ausnahme im kommenden Jahr nicht für größere Autos sowie Zweit- oder Drittwagen. Sie soll automatisch für das Auto mit der geringsten Leistung gelten. Ein Auto mit einer Leistung von 80 Kilowatt hat in der Regel einen Motor mit etwa 110 PS.

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Kritik an der Entscheidung der Meloni-Regierung kommt aus den Regionen. Dorthin fließen die Einnahmen aus der Kfz-Steuer. Wirtschaftsverbände schätzen die Summe auf mehr als sieben Milliarden Euro pro Jahr. Die rechte Regierungskoalition stellt mit dem neuen Erlass zunächst etwa 2,3 Milliarden Euro bereit, um die Ausfälle im nächsten Jahr zu kompensieren. Zu wenig, finden die Regionen.

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jml/dpa/Reuters