SpOn 10.03.2026
01:41 Uhr

Trump redet vom baldigen Kriegsende und die Ölpreise geben nach


Die Preissprünge an den Zapfsäulen in den USA bedrohen die Zukunft der Trump-Regierung. Der Präsident versucht gegenzusteuern. Erfolg auf dem Ölmarkt hatte er nun mit einer überraschenden Aussage zum Ende des Irankriegs.

Trump redet vom baldigen Kriegsende und die Ölpreise geben nach

Am zehnten Tag der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erstmals ein mögliches Kriegsende angedeutet. Der Krieg sei »so gut wie« beendet, sagte Trump am Montag dem Sender CBS. Der US-Präsident begründete dies mit der militärischen Schwächung Irans. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Äußerungen gaben die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise nach, die US-Börse schloss im Plus.

Trump äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten. Der Krieg sei aber »weit vor dem Zeitplan«, sagte der US-Präsident nach Angaben des Senders. In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral im US-Bundesstaat Florida fügte Trump hinzu: »Es wird ziemlich schnell vorbei sein.« Der Krieg sei nur »ein kurzer Ausflug«. Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump zur Begründung.

Preisrutsch an den Börsen

Die Ölmärkte reagierten erleichtert auf Trumps Äußerungen: Am Montagabend verbilligte sich der Preis deutlich auf knapp 90 Dollar pro Barrel (159 Liter). Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf Iran Ende Februar waren die Ölpreise zeitweise um mehr als 50 ⁠Prozent auf 119 ⁠Dollar pro Barrel gestiegen.

Trump ist dadurch innenpolitisch unter Druck geraten, denn er hatte den Wählerinnen und Wählern immer wieder sinkende Spritpreise versprochen. Zudem sorgt man sich im Weißen Haus, dass der Preissprung an den Zapfsäulen die US-Wirtschaft und die Verbraucher vor den Zwischenwahlen im November verärgern könnte. Die Republikaner hoffen, bei den Midterms ihre Mehrheit ​im Kongress zu verteidigen.

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Kurz vor Veröffentlichung des CBS-Interviews hatte das Weiße Haus erklärt, der Präsident prüfe »alle glaubwürdigen Optionen«, um die Ölpreise zu kontrollieren. Trump erwägt offenbar auch konkrete Maßnahmen zur Marktberuhigung. Dazu gehörten eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland sowie die Freigabe strategischer Reserven, wie mehrere Insider am Montag berichteten.

Trump selbst sagte auf einer Pressekonferenz zwar, die USA hätten bestimmte Sanktionen gegen einige Länder verhängt und man werde diese aufheben, bis die Straße von Hormus wieder offen sei. Details nannte er aber nicht.

Im Fokus: Russlands Öl und die strategische Reserve

Eine Aufhebung der Russlandsanktionen könnte helfen, die Preise zu senken oder zumindest zu stabilisieren. Sie würde das weltweite Ölangebot erhöhen, könnte ​aber die Bemühungen des ‌Westens untergraben, Russland Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine zu entziehen.

Denkbar seien sowohl weitreichende Erleichterungen als auch gezielte Ausnahmen für Länder wie Indien, so Insider. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew hatte zuvor auf der Plattform X erklärt, er diskutiere mit den USA über ein Ende der Sanktionen, da diese der Weltwirtschaft schadeten.

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Die USA hatten bereits vergangene ‌Woche eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um derzeit festsitzenden Tankern mit russischem Öl den Öl-Verkauf an Indien zu ermöglichen und so den Druck auf den globalen Ölmarkt zu verringern.

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US-Vertreter führen auch Gespräche mit den G7-Staaten über eine gemeinsame Freigabe ‌von Ölreserven. US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag, koordinierte Verkäufe ​aus der strategischen Reserve (SPR) würden geprüft. Eine Entscheidung sei aber noch ‌nicht gefallen. Er schloss Exportbeschränkungen für US-Öl aus. Weitere Optionen umfassen den Insidern zufolge ‌Eingriffe in die Terminmärkte, Steuererleichterungen oder ​eine Aussetzung des »Jones Act«, der den Transport von Kraftstoffen zwischen US-Häfen auf US-Schiffe beschränkt.

Experten bezweifeln aber, dass diese Maßnahmen kurzfristig wirken, solange der Tankerverkehr durch die ​Straße von Hormus gestört ist. Durch die Meerenge zwischen Iran und ⁠dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten ​Ölangebots. ​Ein Plan des Weißen Hauses, Tanker durch Marineeskorten zu schützen, brachte bislang wenig Erfolg.

hda/AFP/Reuters