SpOn 14.03.2026
13:39 Uhr

Türkei: Ehemaliges Rennpferd in Suppenküche serviert


Die Gäste eines Restaurants im türkischen Mersin bestellten Rind oder Lamm, bekamen aber laut Medienberichten das Fleisch eines ehemaligen Rennpferds vorgesetzt. Erst ein im Essen gefundener Mikrochip deckte den Fall auf.

Türkei: Ehemaliges Rennpferd in Suppenküche serviert

Es klingt wie ein schlechter Scherz, hat sich aber offenbar tatsächlich so zugetragen: Ein preisgekröntes Rennpferd ist in der Türkei nach einer Verletzung geschlachtet und offenbar nichts ahnenden Gästen einer kommunalen Suppenküche serviert worden. Den Berichten zufolge flog der Fall auf, nachdem ein Gast der Suppenküche in Mersin im Süden des Landes einen Gegenstand in seinem Essen gefunden und die Behörden eingeschaltet hatte.

Ermittler des Landwirtschaftsministeriums identifizierten diesen Gegenstand als Mikrochip eines Rennpferds namens Smart Latch, einer Vollblutstute, die in der nahe gelegenen Stadt Adana mehrfach Pferderennen gewonnen hatte. Sie war zuletzt im Oktober 2025 bei einem Rennen angetreten. Anschließend beendete ein Beinbruch ihre Karriere.

Die Beamten untersuchten daraufhin das Essen in der Suppenküche und entdeckten, dass das dort servierte Gericht Kavurma Pferdefleisch enthielt. Normalerweise wird es mit gebratenem Lamm oder Rind zubereitet.

Ehemaliger Besitzer wollte das verletzte Pferd offenbar verschenken

»Wir sind sehr unglücklich«, sagte der frühere Besitzer des Rennpferds, Suat Topcu, der türkischen Nachrichtenagentur DHA. Smart Latch sei nach einer Beinverletzung vor Kurzem in den Ruhestand geschickt worden. Topcu zufolge wollte er die Stute einem örtlichen Reitverein schenken und beauftragte eine Spedition damit, das Tier dort hinzubringen. Bis ihn das Ministerium kontaktiert habe, soll er nicht gewusst haben, was wirklich aus dem Pferd geworden war.

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Die Ermittler gehen davon aus, dass die Stute nie bei dem Reitverein ankam und stattdessen zum Schlachter gebracht wurde. Das Fleisch sei anschließend fälschlich als Rind etikettiert und an ein Unternehmen verkauft worden, das die Suppenküche beliefert.

Den Medienberichten zufolge hat das Ministerium eine Geldstrafe gegen Topcu verhängt, weil er die Schenkung des Pferdes an den Reitstall nicht ordnungsgemäß gemeldet hatte.

jan/AFP