Der wiederaufgeflammte Irankrieg treibt die Preise an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern immer weiter nach oben. Am Donnerstagabend (MESZ) stieg der Endverbraucherpreis für Diesel erstmals in der US-Geschichte im Landesdurchschnitt über die Marke von 6 US-Dollar je Gallone (3,79 Liter). Dies teilte das Preisvergleichsportal GasBuddy mit. Vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran am 28. Februar hatte dieser Kraftstoff im Mittel nur 3,77 Dollar pro Gallone gekostet.
Für Normalbenzin der Sorte Regular mussten Endverbraucher am Donnerstag rund 4,27 Dollar je Gallone bezahlen. Das sind rund 1,34 Dollar mehr als am 28. Februar.
Patrick de Haan, Marktexperte
Der immer teurere Sprit ist ein großes Thema im laufenden Wahlkampf für die US-Kongresswahlen – und eine Bürde für die Republikaner von Präsident Donald Trump. Der hatte versprochen, nach seiner Amtsübernahme die Energiekosten zu halbieren. Tatsächlich haben sich Benzin um über 40 Prozent und Diesel um fast 60 Prozent verteuert.
»Der Rekordpreis für Diesel wird die Wirtschaft besonders hart treffen«, schrieb Patrick De Haan, Marktexperte von GasBuddy. Er werde »jede Fracht, jede Lieferung und jeden Transport beeinflussen und die Inflation entlang der gesamten Lieferkette wahrscheinlich wieder anheizen.« Zudem trifft diese Verteuerung besonders Berufsgruppen wie Trucker oder Farmerinnen, in denen Trump traditionell viele Anhänger hat.
A Trump supporter with a trucking company begs Trump to end the war and get gas/diesel prices down because he can’t afford to run his business
— The Tennessee Holler (@TheTNHoller) September 10, 2026
(But says he still supports Trump anyway🤔) pic.twitter.com/6mkWToXpzW
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Getrieben wurden die globalen Diesel- und Rohölpreise zuletzt durch gegenseitige Angriffe der USA und Irans rund um die Straße von Hormus – sowie durch mehrere Attacken auf Schiffe in der Krisenregion. Nur vereinzelt wagen sich noch Tanker durch die Meerenge, durch die in Friedenszeiten rund ein Viertel des weltweit verschifften Öls befördert wurde.
Am Donnerstag kam es zu neuen Gefechten rund um die Straße von Hormus. Zwei Schiffe wurden nahe der Meerenge attackiert, die Urheber sind bislang unbekannt. Dazu eroberte die von Iran unterstützte Huthi-Miliz nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters im Jemen die Hafenstadt Mokka nahe der für den Öltransport ebenfalls wichtigen Meerenge Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meeres (mehr dazu hier).
Der Preis für die Nordsee-Rohölsorte Brent stieg am Donnerstagabend zeitweise bis auf fast 108 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Das ist der höchste Wert seit Mai. Diesel ist weltweit besonders knapp und teuer – auch weil Russlands Produktion nach ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Raffinerien eingebrochen ist. An deutschen Tankstellen kostete Diesel am Donnerstag durchschnittlich 2,30 Euro je Liter.
Da die Tankstellenpreise oft mit Verzögerung auf den Rohölpreis reagieren, könnte der Sprit in den nächsten Tagen noch teuer werden: in Deutschland wie in den USA.

