SpOn 06.10.2026
07:54 Uhr

USA: Prominenter Parteifreund von Donald Trump bereut Unterstützung für Hegseth


Seine Stimme hätte den Unterschied machen können. In einem Buch bereut der Republikaner Thom Tillis nun, dass er dennoch für Pete Hegseth stimmte. Auch zu Gesundheitsminister Kennedy hat er eine klare Meinung.

USA: Prominenter Parteifreund von Donald Trump bereut Unterstützung für Hegseth

Der republikanische Senator Thom Tillis bereut es nach eigener Aussage, mehreren Parteifreunden ins Amt verholfen zu haben. In einem neuen Buch schreibt der Politiker aus North Carolina, es sei »der größte Fehler meiner Karriere«, dass er für Donald Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth gestimmt habe. Dieser kam nach einem Patt im US-Senat erst durch die Stimme von Vizepräsident JD Vance ins Amt.

Zur Wahl von Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. schreibt Tillis nun: »Ich hätte ihn stoppen sollen.« Das Buch, das in dieser Woche vorgestellt wird, trägt den programmatischen Namen »How to Lose Friends and Antagonize Presidents« – zu Deutsch: »Wie man Freunde verliert und Präsidenten gegen sich aufbringt«.

Laut bisherigen Berichten äußert sich Tillis auch kritisch über Trumps frühere Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard, die einstige Heimatschutzministerin Kristi Noem sowie Trumps Handelsminister Howard Lutnick.

Auch mit seiner eigenen Partei geht Tillis laut Auszügen hart ins Gericht. Er berichtet, dass er mindestens 30 weitere Republikaner kenne, die privat Vorbehalte gegen US-Präsident Trump geäußert hätten. Vor laufender Kamera sprächen alle jedoch freundlich über ihn.

»Ich weiß ganz genau, dass es andere wie mich gibt«, schreibt Tillis. »Es gibt Republikaner, die bereit waren, den anfänglichen Forderungen des Trump-Teams nachzugeben, egal wie lächerlich diese auch waren, weil sie glaubten, dass ein Nichtnachgeben das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten würde. Nun erkennen sie, dass die Dinge viel zu weit gegangen sind.«

Es sei gefährlich, sich Trump als Parteifreund entgegenzustellen: »Wenn man Trump in allem widerspricht, verliert man jeden Einfluss.«

Als Vertreter seiner Partei habe er jedoch einen Punkt erreicht, an dem er nicht mehr schweigen könne. Seine Partei müsse »aufwachen« und sich Trump öfter entgegenstellen, so der Senator. Für die Zwischenwahlen im November prognostiziert Tillis seiner Partei ein »Blutbad«. Er selbst tritt nicht mehr an.

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Tillis selbst geriet im vergangenen Jahr ins Visier des US-Präsidenten, als er sich öffentlich gegen dessen Steuerreform, das sogenannte Big Beautiful Bill, stellte. In seinem Buch schreibt er nun, was er damals gedacht habe: »Ich bin erledigt.«

jpe/AP