SpOn 06.10.2026
03:13 Uhr

Wehrdienst: Zahl der Kriegsdienstverweigerer schnellt weiter nach oben


Immer mehr junge Männer verweigern den Dienst an der Waffe. Dieser Trend ist zwar nicht neu. Aktuelle Zahlen des zuständigen Bundesamts zeigen aber: Die Entwicklung ist drastisch. Und viele Anträge gehen unbearbeitet zurück.

Wehrdienst: Zahl der Kriegsdienstverweigerer schnellt weiter nach oben

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland steigt weiter steil an. Von Januar bis Ende August dieses Jahres sind bereits 12.102 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung beim zuständigen Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingegangen. Das berichten die Funke Medien und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine Sprecherin der Behörde.

Damit liegt die Zahl der Anträge schon jetzt dreimal höher als im gesamten Jahr 2025, für das das Bundesamt 3879 Anträge registrierte. Wie stark der Trend ist, zeigt ein Vergleich mit der Halbjahres-Bilanz: Bis Ende Juni 2026 hatte das Bundesamt den Eingang von 5862 Anträgen gemeldet. Innerhalb von nur zwei Monaten hat sich seitdem die Zahl also verdoppelt.

Hintergrund für den Anstieg dürften die angespannte Sicherheitslage und das Gesetz über den neuen Wehrdienst sein, das zum 1. Januar in Kraft trat. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.

Behörde meldet massive Probleme mit den Anträgen

Die Wehrpflicht ist zwar ausgesetzt, bleibt aber weiter im Grundgesetz verankert. Unabhängig von der Aussetzung bleibt laut Bundesamt das Recht bestehen, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes zu verweigern.

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Das Bundesamt berichtet allerdings von massiven Problemen bei vielen Anträgen. Aktuell werde eine »hohe Zahl an fehlgeleiteten Anträgen beobachtet, die mit nicht anerkennungsfähigem Inhalt eingehen und unbearbeitet zurückgesandt werden müssen«, sagte die Sprecherin den Funke Medien. Es kursierten wiederkehrend Falschinformationen zum Weg und Inhalt einer Antragstellung, unter anderem in den sozialen Medien.

jok/dpa