Mehrere Tausend Menschen haben am Internationalen Frauentag in Berlin für die Gleichberechtigung von Frauen demonstriert. Bereits am späten Vormittag wurde es eng bei einer Kundgebung unter dem Motto »feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich« am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg.
Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Verbänden und Initiativen. Frauenzentren hatten sich ebenso angeschlossen wie die »Omas for Future«. Nach Einschätzung der Berliner Polizei nahmen bis zu 20.000 Menschen an der Kundgebung teil. Bei der Anmeldung waren die Veranstalter noch von 10.000 Menschen ausgegangen.
»Gleichberechtigung ist keine Raketenwissenschaft«, war auf einem Plakat zu lesen, »Mann tötet nicht aus Liebe«, auf einem anderen. Rednerinnen kritisierten, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland zum Alltag gehöre, wandten sich gegen Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz und gegen eine mögliche Wehrpflicht für Frauen.
»Frau, Leben, Freiheit«
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Nahost war auf zum Teil selbst gemalten Plakaten auch die Forderung »Solidarität mit dem Widerstand in Iran« zu lesen, auf anderen das Motto der Frauenproteste in Iran 2022: »Frau, Leben, Freiheit«. Eine Künstlerin sang auf der Bühne ein Lied für die politischen Gefangenen in Iran.
Die Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin-Brandenburg, Katja Karger, warf der Bundesregierung einen Angriff auf den Sozialstaat vor. Sie forderte, Frauen besser vor sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz zu schützen, das Recht auf Teilzeit nicht einzuschränken und am Achtstundentag festzuhalten. Wer dessen Abschaffung wolle, habe keine Ahnung von der Arbeitswelt, so Karger.
Nach der Auftaktkundgebung setzte sich ein Demonstrationszug in Richtung Rotes Rathaus in Bewegung, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters. Für den Nachmittag waren mehrere weitere Demonstrationen zum Frauentag angekündigt.
Auch in vielen anderen Städten wurde demonstriert. Unter dem Motto »Internationale feministische Kämpfe vereinen« versammelten sich in Hamburg mehrere Tausend Menschen zu einer Demonstration. Die mehrheitlich weiblichen Teilnehmenden zogen von den Landungsbrücken in Richtung Altona-Altstadt. Die Polizei konnte zunächst keine Teilnehmerzahl nennen.
