Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines palästinensischen Lehrers im Westjordanland erhebt ein Gericht Anklage gegen einen israelischen Siedler. Dem 33-Jährigen wird der Anklageschrift zufolge fahrlässige Tötung vorgeworfen, berichten israelische Medien. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft.
Der Siedler habe im Juli 2025 in einem Dorf in der Nähe von Hebron in Richtung einer Menschenmenge geschossen, hieß es in den Berichten. Laut Zeugenaussagen wurde ein Englischlehrer, der sich auch gegen Siedlergewalt einsetzte, tödlich getroffen.
Die Konfrontation ereignete sich im Dorf Umm al-Chair. Dieses liegt in einem Gebiet des besetzten Westjordanlands, das in dem oscarprämierten Film »No Other Land« zu sehen ist. Der bei dem Vorfall getötete Aktivist, der in den Palästinensergebieten sehr bekannt ist, hatte bei der Produktion mitgewirkt.
In den vergangenen Jahren nahmen Gewalttaten israelischer Siedler gegen palästinensische Bewohner des Westjordanlands zu. Dennoch geht die israelische Justiz vergleichsweise selten strafrechtlich gegen solche Vergehen vor. (Lesen Sie hier mehr über die Situation im Westjordanland .)
Der Siedler, dem die Tötung des Lehrers vorgeworfen wird, muss sich vor dem Bezirksgericht in der Wüstenstadt Beer Scheva auch wegen bewaffneten unbefugten Betretens eines Grundstücks sowie wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung verantworten.
