Welt 04.09.2026
10:34 Uhr

BSW-Krise in Thüringen – neun weitere Abgeordnete verlassen die Fraktion


Der Streit im BSW eskaliert: Mindestens neun Mitglieder wollen die Thüringer Landtagsfraktion verlassen. Auch Vize-Ministerpräsidentin Katja Wolf kehrt laut Berichten Partei und Fraktion den Rücken.

BSW-Krise in Thüringen – neun weitere Abgeordnete verlassen die Fraktion

Die Krise in der Thüringer Brombeer-Koalition spitzt sich zu: Neun weitere BSW-Abgeordnete wollen die Fraktion im Landtag und die Partei verlassen. Nach Informationen von dpa und MDR ist auch Vize-Ministerpräsidentin und Finanzministerin Katja Wolf darunter. Die beiden anderen BSW-Minister wollten ebenfalls zurücktreten, berichtet die dpa. Erst vor zwei Tagen waren drei BSW-Abgeordnete aus der Fraktion und der Partei ausgetreten. (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a97ddb8c53a6557d48dce2b/konflikt-mit-sahra-wagenknecht-permanente-destruktive-eingriffe-drei-austritte-aus-thueringer-bsw-fraktion.html) Zuvor hatte die Fraktion noch 15 Mitglieder. Damit steht die Zukunft des BSW im Thüringer Landtag auf dem Spiel. Sollten die angekündigten Austritte erfolgen, würde die Partei ihren Fraktionsstatus verlieren. Das BSW ist Teil der Brombeer-Koalition mit CDU und SPD. Die drei Parteien verfügen im Landtag über keine eigene Mehrheit. Für 11 Uhr ist eine Pressekonferenz von Partei und Fraktion angekündigt. Dort will das BSW über das weitere Vorgehen informieren. Sonderparteitag offenbar abgesagt Schon länger tobt ein Richtungsstreit im BSW – zwischen Parteigründerin Sahra Wagenknecht und der Thüringer Landeschefin Katja Wolf. Wagenknecht missfällt die Regierungsbeteiligung in Thüringen schon länger. Sie vertritt stattdessen das Modell eines „überparteilichen“ Regierungschefs, der unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten regiert. Der für Sonntag geplante Sonderparteitag des BSW soll unterdessen abgesagt worden sein. Das berichten Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auf dem Parteitag sollte ursprünglich über die künftige Rolle des BSW innerhalb der Thüringer Brombeer-Koalition beraten werden. Die Parteikrise hatte sich bereits in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Am Montag kündigte Matthias Herzog seinen Austritt aus dem BSW an. Zugleich erklärte er, als parteiloser Abgeordneter in der Landtagsfraktion bleiben zu wollen. Am Mittwoch folgten Stefan Wogawa, Roberto Kobelt und Dirk Hoffmeister mit ihrem Austritt aus Partei und Fraktion. Die drei ehemaligen BSW-Politiker wollen mit der neu gegründeten Partei „Deine Stimme zählt“ eine parlamentarische Gruppe bilden.