Angesichts geplanter Kürzungen im Sozialsystem mobilisiert die Linke zu bundesweiten Sozialprotesten. Parteichefin Ines Schwerdtner wirft der Bundesregierung vor, Arbeitnehmer stärker zu belasten und Reformen zulasten vieler Bürger voranzutreiben. Es gehe im Land nicht voran, gleichzeitig würden Kürzungen vorbereitet, sagte sie im Interview bei Ntv (verlinkt auf https://www.n-tv.de/mediathek/magazine/fruehstart/8-Stunden-Aus-durch-SPD-Arbeitsministerin-ist-Wahnsinn-id30877881.html) . Arbeitnehmer sollten länger arbeiten und würden zunehmend unter Druck gesetzt. „Das Acht-Stunden-Aus durch die SPD-Arbeitsministerin ist Wahnsinn“, sagte Schwerdtner. Die geplanten Reformen würden Millionen Menschen betreffen und sollten nach ihrer Darstellung noch im Sommer umgesetzt werden. Deshalb müsse man der Bundesregierung „offensichtlich Dampf machen“. Die Parteivorsitzende kritisierte unter anderem Debatten über eine Rente mit 70, Änderungen bei Arbeitszeitregelungen sowie steigende Beiträge für Pflege- und Krankenversicherung. „Der Frust vieler Menschen sei berechtigt“, sagte Schwerdtner. Deshalb wolle die Linke (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69e6103758b363c474f9fe6a/linke-buergermeisterkandidatin-eralp-wir-werden-die-millionaere-belasten-um-millionen-von-menschen-zu-entlasten.html) den Protest auf die Straße tragen und den Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Zum Auftakt der Proteste sind Kundgebungen in mehreren Städten geplant, darunter Berlin, Köln und Hannover. Bereits in den kommenden Wochen sollen weitere Aktionen folgen. Unterstützung erhält die Linke von den Gewerkschaften (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a18ab0097729b72f6d735f5/reform-des-arbeitszeitgesetzes-linke-kritisiert-abschaffung-des-acht-stunden-tags-gewerkschaften-warnen-vor-gesundheitsschaeden.html) . Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt, längere Arbeitstage erhöhten nachweislich das Risiko für gesundheitliche Probleme und belasteten Beschäftigte einseitig. Arbeitgeberverbände weisen diese Kritik zurück. Sie betonen, die Reform bedeute nicht automatisch längere Arbeitszeiten, sondern solle eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit ermöglichen. Hintergrund ist die Debatte über eine Reform des Arbeitszeitgesetzes (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69fb3d2dc6d2944c8df6a11f/arbeitszeitgesetze-arbeitsministerin-bas-will-den-acht-stunden-tag-aufbrechen-die-gewerkschaften-sind-dagegen.html) . Die Bundesregierung prüft, statt einer täglichen Höchstarbeitszeit künftig stärker auf Wochenarbeitszeiten zu setzen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hatte angekündigt, dazu einen Gesetzentwurf vorzulegen. Die Koalition wolle „insbesondere für Familien die Arbeitszeit flexibler machen“, sagte Bas dazu im Mai.