Welt 29.07.2026
09:07 Uhr

Decke von Einkaufszentrum nach Erdbeben eingestürzt – Sender meldet „beträchtliche Zahl“ von Toten


Nach einem schweren Erdbeben vor der Insel Kyushu berichten lokale Medien über zahlreiche Tote in einem eingestürzten Einkaufszentrum. Zehntausende Haushalte sind ohne Strom.

Decke von Einkaufszentrum nach Erdbeben eingestürzt – Sender meldet „beträchtliche Zahl“ von Toten

Beim Einsturz einer Decke in einem Einkaufszentrum in der japanischen Stadt Kashima ist einem Bericht des Senders TBS zufolge eine „beträchtliche Zahl“ von Menschen ums Leben gekommen. Der Sender NHK berichtete am Dienstag, „zahlreiche“ Menschen seien nach dem Einsturz eines Stockwerks in dem Gebäudekomplex eingeschlossen. Kurz zuvor hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 die Region im Südwesten Japans erschüttert. Besonders stark betroffen ist die Präfektur Kumamoto auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu. Demnach sollen mindestens 13 Menschen gestorben sein – viele weitere werden noch vermisst. Eine vorübergehende Warnung vor einem ein Meter hohen Tsunami wurde wieder aufgehoben. Kurz nach der ersten Erschütterung kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben. Der Polizei lagen nach eigenen Angaben Berichte über eine mutmaßliche Explosion in der Aeon Mall in der Präfektur Kumamoto vor. Es sei aber unklar, welche Schäden dadurch möglicherweise verursacht worden seien und ob jemand verletzt worden sei, sagte ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP. 48.000 Haushalte sind ohne Strom Nach Angaben der Regierung stürzten durch das Beben im Südwesten Japans Gebäude ein und Brände brachen aus. Auch Straßen und Brücken wurden demnach beschädigt. In einigen Gebieten sei der Strom ausgefallen. Laut ersten Berichten wurden außerdem mindestens 50 Menschen verletzt. Es gingen bei der Feuerwehr zahlreiche Notrufe ein, berichtete der japanische Fernsehsender NHK. Zudem gebe es Berichte über Brände, die geprüft würden. In rund 48.000 Haushalten fiel der Strom aus. Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten ‌Zugverkehr ein, darunter auch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Straßen und Gebäude wurden teils schwer beschädigt. Zudem entgleiste nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo ein Güterzug. Autohersteller und Chipproduzenten haben ihre Produktion auf ​der Großinsel Kyushu vorübergehend gestoppt. Toyota teilte am Mittwoch mit, den Betrieb in drei Werken ⁠bis Freitag ruhen zu lassen, um die Auswirkungen auf Zulieferer und Logistik zu prüfen. Dazu zählt unter anderem das Werk Miyata, in dem jährlich bis zu 430.000 Fahrzeuge der Luxusmarke Lexus vom Band laufen. Honda verlängerte den Produktionsstopp in seinem Motorradwerk bis ⁠Freitag, um ​Schäden an der ‌Fabrik zu reparieren. Der Chipkonzern Renesas stoppte die Fertigung in zwei Werken in Kumamoto, nachdem dort Deckenplatten herabgestürzt und Risse in den Wänden sowie Wasserschäden aufgetreten waren. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC evakuierte seine dortige Fabrik, nahm den Betrieb nach Sicherheitsüberprüfungen jedoch schrittweise wieder auf. Auch der Ausrüster Tokyo Electron und der Elektronikkonzern Sony setzten ihre ‌Produktion für Inspektionen vorübergehend aus. Japan ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt und liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. ‌Die Präfektur Kumamoto war bereits ‌vor zehn Jahren von einem verheerenden Beben heimgesucht worden. Dutzende Menschen waren dabei damals direkt ums Leben gekommen. Zehntausende weitere mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Zudem gab es schwere Schäden an Gebäuden, darunter an der berühmten Burg von Kumamoto.