Welt 18.09.2026
17:33 Uhr

„Deine Spuren bleiben“ – Bahn erinnert mit Gedenktafel an getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar


Mit bewegenden Worten hat die Familie von Serkan Çalar an den getöteten Zugbegleiter erinnert. Eine neue Gedenktafel am Mannheimer Hauptbahnhof soll dauerhaft an den 36-Jährigen erinnern.

„Deine Spuren bleiben“ – Bahn erinnert mit Gedenktafel an getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar

Sieben Monate nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar bei einer Fahrscheinkontrolle erinnert eine Gedenktafel am Hauptbahnhof Mannheim an das Gewaltopfer und die Tat. Im Beisein von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla wurde die Stätte auf Gleis 1 freigegeben. Zu der Zeremonie kamen auch Hinterbliebene und Freunde sowie ehemalige Kollegen. Gemeinsam mit den Angehörigen des Zugbegleiters wolle man einen dauerhaften Mahn- und Gedenkort einrichten, teilte die Deutsche Bahn mit. „Diese Gedenktafel erinnert an unseren Serkan – und gleichzeitig an etwas, das uns alle verbindet: Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch verdient Respekt. Kein Mensch sollte vergessen werden“, teilte die Familie mit. „Serkan, du bist gegangen, aber deine Spuren bleiben. (...) Du wirst niemals vergessen.“ Der Text auf der Tafel lautet: „Serkan Çalar. Im Dienst für die Deutsche Bahn verlor er am 4. Februar 2026 im Alter von 36 Jahren infolge eines tätlichen Angriffs sein Leben. Mit großem Engagement war er für Reisende sowie Kolleginnen und Kollegen da. Wir erinnern in Dankbarkeit und Respekt an ihn. Sein Tod mahnt uns zu Rücksichtnahme und einem respektvollen Miteinander.“ Der 36 Jahre alte (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69887d8f8d5b9deab6aba55a/tod-von-serkan-calar-mehrere-schlaege-gezielt-in-richtung-des-kopfes-soldat-spricht-ueber-dramatischen-minuten-im-zug.html) Ç alar aus Ludwigshafen war Anfang Februar nach einem Angriff eines Fahrgastes ohne Ticket in einem Regionalexpress in der Pfalz an einer Hirnblutung gestorben (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69887d8f8d5b9deab6aba55a/tod-von-serkan-calar-mehrere-schlaege-gezielt-in-richtung-des-kopfes-soldat-spricht-ueber-dramatischen-minuten-im-zug.html) . Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen in Deutschland aus. Der Täter wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Mannheim war der Dienstort von Çalar. Der alleinerziehende Çalar hinterließ zwei minderjährige Söhne. Bei der Zeremonie sprachen Palla und Bilger sowie Çalars Bruder Eray nach einer Schweigeminute einige Worte und legten Blumen am Gedenkort nieder. Die Deutsche Bahn hat ihre Maßnahmen nach dem Angriff ausgeweitet. So gehören etwa Bodycams inzwischen zum Alltag vieler Beschäftigter mit Kundenkontakt. Hintergrund ist eine Entwicklung, die die Bahn mit Zahlen beschreibt (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article695a1463e522d3c5f715cb48/gewalt-bilanz-2025-trauriges-rekordjahr-fuenf-angriffe-pro-tag-gegen-bahn-und-bundespolizei.html) . 2025 wurden konzernweit 3264 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte registriert. Rund 70 Prozent davon betrafen das Zugbegleitpersonal. Allein bei DB Regio waren es 1659 Fälle. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort bereits 989 körperliche Übergriffe gezählt, darunter 22 schwere Körperverletzungen.