Dass die Argentinier das WM-Finale (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/) völlig verdient verloren haben, darüber waren sich alle neutralen Beobachter einig. Die Südamerikaner hatten beim 0:1 nach Verlängerung gegen Spanien in New York keinerlei Bemühungen gezeigt, ein Tor zu erzielen, und kamen in den ersten 90 Minuten nicht auf einen Torschuss. „Der Fußball hat gewonnen“, urteilte der 2014er-Weltmeister Toni Kroos. Und Lothar Matthäus befand über die Südamerikaner: „Das hat für mich mit Fußball nichts zu tun.“ Ein Urteil, das auch über das Benehmen der Südamerikaner nach dem Abpfiff gilt. Sie setzten ihre Destruktivität munter fort. Nicolás Otamendi beschimpfte die Spanier als jammernde Heulsusen, die sich lieb Kind beim Schiedsrichter machen würden. Leandro Paredes ging seinen Gegenspielern im Moment deren größten Triumphs gar an die Wäsche und langte zu. Wegen dieser Attacken hatte der Weltverband Fifa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fifa/) wenig später eine Untersuchung eingeleitet. Nun gibt es Bilder, die eine weitere Anstandslosigkeit der schlechten Verlierer zeigen. Und zwar einige Minuten nach Abpfiff. Zu einem Zeitpunkt also, an dem die Emotionen sich schon wieder ein wenig auf Normalmaß befinden müssten. Die Mannschaft um Kapitän Lionel Messi (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/lionel-messi/) hatte bei der Siegerehrung zuerst das in der Spielfeldmitte aufgebaute Podest betreten und sich die Medaillen für den zweiten Platz abgeholt. Dass dies eher lustlos geschieht, ist völlig normal. Schließlich hatte niemand dieses Finale bestritten, um am Ende mit Silber dazustehen. Es gehört aber natürlich zum guten Ton, dem Gewinner bei dessen Ehrung Respekt zu erweisen. Nur José Manuel López erweist den Spaniern Respekt Genau das ließen die Argentinier aber (fast) geschlossen missen. Anstatt der Pokalübergabe beizuwohnen, zogen sie von dannen zur eigenen Fankurve und stellten sich demonstrativ mit dem Rücken zu den Spaniern auf. Als deren Kapitän Rodri den Goldpokal in die Höhe streckte, verweigerte der Gegner diesem die Anerkennung. Nur ein Spieler verhielt sich anders als die Teamkollegen. José Manuel López stand während der Pokalübergabe nicht mit dem Rücken zu den Spaniern. Auf Fotos und Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Stürmer vom brasilianischen Klub Palmeiras in Richtung Mittelkreis blickt und die Zeremonie verfolgt. Sportlich spielte López bei diesem Turnier nur eine Nebenrolle. Nationaltrainer Lionel Scaloni setzte den Angreifer lediglich sporadisch ein. Im Viertelfinale gegen die Schweiz bereitete er nach seiner Einwechslung jedoch das wichtige Führungstor in der Verlängerung vor. Seine zweite, sehr gute Szene bei der WM. Die andere hatte er sich für die Siegerehrung aufgehoben.