Acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrates kritisieren den Sender in einem offenen Brief wegen des Auftrittsverbots von Danger Dan und Igor Levit. In dem Schreiben (verlinkt auf https://netzpolitik.org/2026/wir-halten-die-absage-fuer-einen-fehler/) , das am Montagabend vom Onlinemedium netzpolitik.org veröffentlicht wurde, beklagen die Fernsehräte, das ZDF habe die Gelegenheit verpasst, eine Debatte über Rechtsextremismus in Deutschland und die vielfältigen Möglichkeiten seiner Bekämpfung anzustoßen. Die Musiker Danger Dan und Igor Levit hätten mit dem Song „Keine Angst“ in der Jubiläumsfolge der Satire-Sendung „Die Anstalt“ auftreten sollen, die am Dienstagabend im ZDF ausgestrahlt wird und seit Samstag in der Mediathek verfügbar ist. Gegen den Willen der Redaktion hatte die ZDF-Geschäftsleitung um Intendant Norbert Himmler den Auftritt aber kurzfristig verboten, weil der Sender der Ansicht ist, dass das Lied als „Aufruf zu Gewalt“ verstanden werden könnte. Nach Meinung der Fernsehräte ist das Lied von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt. Ob ein die Programmrichtlinien verletzender Aufruf zur Gewalt vorliege, könne sich nicht nur aus der isolierten Betrachtung einzelner Liedzeilen beantworten lassen, sondern nur im Kontext der gesamten Sendung, so die Fernsehräte weiter: „Die dafür relevante kritische Einordnung des Liedtexts, auch mit den Künstlern, wäre Aufgabe der Redaktion der Anstalt gewesen. Diese Möglichkeit wurde ihr ohne Not genommen.“ Man halte die Absage deshalb für einen Fehler, so die Unterzeichner des Briefes. Die Absage des Auftritts zeuge von fehlendem Mut und von fehlendem Vertrauen in die Redaktion der Sendung, sich angemessen mit dem Lied auseinanderzusetzen. Außerdem befürchten die Fernsehräte eine abschreckende Auswirkung auf andere Formate. Himmler verteidigte unterdessen die Ausladung Danger Dans, gestand aber zugleich Fehler beim Entscheidungsprozess ein. „Die Kurzfristigkeit der Ausladung müssen wir uns vorwerfen lassen“, erklärte er auf Fragen der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung.“ Inhaltlich steht der Intendant jedoch zu der Ausladung. Zum Liedtext von Danger Dans Song „Keine Angst“ erklärt er: „Wir haben es hier meiner Ansicht nach unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in „freundlichen Grüße“ an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet.“