Im Fall des gesperrten Jens Härtel kommen weitere Vorfälle ans Licht. Jens Härtel hatte sein Amt als U19-Trainer von Union Berlin (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fc-union-berlin/) am 11. Oktober niedergelegt. Zuvor war er vom DFB mit einem zwölfwöchigen Betätigungsverbot belegt worden. Hintergrund: drei Vorfälle mit diskriminierenden Äußerungen. Über einen dieser Vorfälle hatte diese Redaktion unter der Woche bereits berichtet. Nun legt der „Berliner Kurier“ (verlinkt auf https://www.berliner-kurier.de/article/haertel-dfb-sperre-details-10504459) mit weiteren Details nach. Fall 1: der „Afrika-Tisch“ Im Sommertrainingslager im polnischen Opalenica sollten die Nachwuchsspieler beim Essen bewusst neue Sitzgruppen bilden. Als Alec Shabany (18), Michael Etobe (17) und Sadou Barry (18) – die ihre Wurzeln in Kamerun bzw. im Fall von Barry in Guinea haben – dennoch erneut nebeneinandersaßen, fragte Härtel nach eigener Darstellung sinngemäß, ob dies wieder der „Afrika-Tisch“ sei. In einer Stellungnahme gegenüber dem DFB, die dem „Berliner Kurier“ vorliegt, räumt Härtel ein: Die Formulierung sei „unklug und kontraproduktiv“ gewesen. „Die Äußerung fiel vor dem Hintergrund, dass die von uns geplante Teambuilding-Maßnahme an dieser Stelle aus meiner Sicht nicht wie beabsichtigt umgesetzt worden war“, erklärt Härtel laut dem Bericht. Eine persönliche Herabsetzung sei nicht beabsichtigt gewesen. Härtel entschuldigte sich bei der Mannschaft und den drei Spielern. Fall 2: „Ausländerverein“ Nach der 2:3-Pokalpleite gegen den Berliner AK soll Härtel gesagt haben: „Gegen diesen Ausländerverein verlieren wir.“ An den genauen Wortlaut könne er sich nicht erinnern, ausschließen wolle er ihn aber nicht. Härtel verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass er selbst von 2011 bis 2013 Trainer beim BAK war: „Der Verein wurde auch zu dieser Zeit von Menschen mit Migrationshintergrund geprägt und verfügte über Mannschaften, die hinsichtlich ihrer Herkunft sehr vielfältig zusammengesetzt waren. Der Berliner AK wurde damals selbst gelegentlich als ‚Ausländerverein’ bezeichnet.“ Er habe die Bezeichnung damals nicht als diskriminierend wahrgenommen. Fall 3: der homophobe Spruch Der dritte Vorwurf wiegt ebenfalls schwer. Härtel soll eine misslungene Aktion eines Spielers mit einer homophoben Formulierung kommentiert haben. Er soll „Schieß und spiel nicht wie ein Schwuler“ gesagt haben. Härtel dazu in seiner Stellungnahme: „Nach Rücksprache mit dem Trainerteam fiel (…) die Äußerung ‚Spiel nicht so einen Schwuchtelball’“. Der Spruch sei „unangemessen und fehlplatziert“ gewesen, habe sich aber auf die Aktion und nicht auf die sexuelle Identität eines Spielers bezogen. Auch dafür entschuldigte er sich. Das Ergebnis dennoch: zwölf Wochen Sperre und Rücktritt bei Union. Der DFB (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dfb/) sah Verstöße gegen seine Rechts- und Verfahrensordnung sowie die Ausbildungsordnung. Härtels Erklärungen und Entschuldigungen verhinderten die Sanktion nicht.