Welt 17.08.2026
11:58 Uhr

Griechische Ultras laufen Sturm gegen Wechsel ihres Megatalents zum BVB


Nach dem geplatzten Kauf von Said El Mala hat sich Borussia Dortmund umorientiert: Mit Giannis Konstantelias steht ein weiterer griechischer Nationalspieler auf dem Sprung zum BVB. Den Fans von PAOK Saloniki passt das gar nicht.

Griechische Ultras laufen Sturm gegen Wechsel ihres Megatalents zum BVB

Giannis Konstantelias steht unmittelbar vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/) – doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht richtig los. Als der griechische Offensivspieler am Sonntag auf dem Dortmunder Flughafen landete, wurde er von einem Landsmann empfangen – offensichtlich einem Fan von PAOK Saloniki, dem bisherigen Arbeitgeber des 23-Jährigen. Der stellte den Nationalspieler beim Verlassen der Ankunftshalle und hielt ihm ein Mobiltelefon hin. Konstantelias sprach für knapp eine Minute in das Gerät – am anderen Ende der Leitung waren offenbar weitere Fans von PAOK. Reporter der Ruhr Nachrichten, die über diese ungewöhnliche Begegnung berichteten, wollen gehört haben, dass Konstantelias dabei mehrfach betont habe: „Ich liebe PAOK.“ Und dass der Wechsel zum BVB aber seine Entscheidung gewesen sei. Diese Szene verdeutlicht, was für ein Politikum der Transfer des Spielers, der 17-mal für die griechische Nationalmannschaft aufgelaufen ist, für die Anhänger seines Heimatvereins darstellt. Die organisierten Fans des Traditionsvereins aus der nordgriechischen Hafenstadt laufen Sturm. Die Ultragruppe „Gate4“ veröffentlichte ein Statement, in dem fast alle, die an dem Transfer beteiligt sind oder auch nur darüber berichten, bedroht und beleidigt werden. „Trotz aller Besserwisser, gekaufter Journalisten und Schwarzmaler haben die Fans von PAOK nur eine Forderung: Dass Giannis Konstantelias, der größte Fußballer, der seit Giorgos Koudas (der berühmteste Spieler der Klub-Historie aus den 1970er Jahren, die Red. ) das Trikot unseres Vereins getragen hat, weiterhin das Trikot mit dem Doppeladler auf der Brust trägt. Ihr Verbrecher und Verräter: Hände weg von Konstantelias.“ Wechsel zum VfB 2025 gescheitert Auch vor der Geschäftsstelle des griechischen Meisters von 2024 sollen Fans protestiert haben. Dieser Versuch der Einflussnahme ist nicht neu. Auch im vergangenen Jahr, als Konstantelias bereits auf dem Sprung in die Bundesliga war, begehrten die PAOK-Ultras auf. Damals soll es bereits eine Einigung zwischen dem Spieler und dem VfB Stuttgart (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/vfb-stuttgart/) gegeben haben. Doch als Konstantelias dann nach Stuttgart fliegen wollte und bereits am Flughafen weilte, wurde er von seinem Verein zurückgepfiffen. Warum genau konnte nie offiziell geklärt werden. Angeblich hatten sich die Stuttgarter mit PAOK bereits auf 20 Millionen Euro Ablöse sowie auf eine Beteiligung der Griechen bei einem möglichen Weiterverkauf verständigt. Für die Dortmunder, bei denen Konstantelias im Laufe des Montags den Medizincheck absolviert, wäre es der zweite griechische Zugang in diesem Transfersommer. Bereits Anfang August war Konstantinos Karetsas für gut 30 Millionen Euro Ablöse vom belgischen Erstligisten KRC Genk nach Dortmund gewechselt. Der 18-Jährige hatte am Samstag im Testspiel gegen AS Rom (2:2) sein Debüt gegeben. Konstantelias war dagegen Bestandteil eines Alternativplans, nachdem die Verpflichtung von Said El Mala an der Ablöseforderung des 1. FC Köln gescheitert war. Die Kölner sollen mehr als 50 Millionen Euro gefordert haben. Konstantelias soll mindestens 26 Millionen Euro zuzüglich einiger Boni kosten. Der BVB ist zudem noch an dem niederländischen Nationalspieler Joey Veerman (27) von der PSV Eindhoven interessiert. Trainer Niko Kovač hatte sich noch einen defensiven Mittelfeldspieler gewünscht. Die Ablöse für Veerman dürfte sich auf gut 20 Millionen Euro belaufen.