Nach dem krachenden Scheitern der Investorenpläne haben sich der dänische Fußballverband (DBU) und der niederländische Fußballverband (KNVB) mit deutlichen Worten gegen Fifa-Boss Gianni Infantino gestellt. Er stimme der Uefa voll und ganz zu, dass das Vertrauen in Infantino verloren gegangen sei, sagte DBU-Chef Jesper Møller laut einer Mitteilung. „Deshalb kann ich ihn auch nicht unterstützen.“ Zuvor hatte Infantino seine milliardenschweren Pläne, Anteile an dem Fußball-Weltverband an private Investoren zu verkaufen, nach massivem Widerstand und weltweiter Empörung aufgegeben. Den Vorschlag zurückzuziehen, sei „die einzig richtige Entscheidung – und sie war zu erwarten“, so Møller. „Der internationale Fußball stand an einem Scheideweg, an dem einige der Werte, die den Kern und die Seele des Fußballs ausmachen, unter Druck geraten waren.“ Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify (verlinkt auf https://open.spotify.com/show/7CX3rSNRL11YEnW7IzkWIS?si=82f337b82c6b4e32&nd=1&dlsi=56417d9ce6fc406c) , Apple Podcasts (verlinkt auf https://podcasts.apple.com/de/podcast/weltmeister/id1852960967) oder direkt per RSS-Feed (verlinkt auf https://weltmeister.podigee.io/feed/mp3) . Auch der KNVB distanzierte sich von Infantino. „Mit dem Rückzug des Vorschlags ist die Angelegenheit für den KNVB nicht erledigt. Die Art und Weise, wie dieser Prozess verlaufen ist, hat zu einem grundlegenden Vertrauensbruch im Führungsstil des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/gianni-infantino/) geführt. Der KNVB hat kein Vertrauen mehr in seine Führung“, hieß es in einem Statement. „Diese Situation erfordert ein ernsthaftes Gespräch über die Zukunft der Governance und Führung innerhalb der Fifa.“ Ausdrücklich lobte Møller die Uefa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/uefa/) und ihren Präsidenten Aleksander Ceferin (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/aleksander-ceferin/) dafür, dass der europäische Dachverband so schnell mit einer Stimme gesprochen habe. Die Uefa hatte die Pläne nicht nur als schäbigen Deal kritisiert, sondern sogar mit einem Boykott gedroht. Auch der DFB kritisiert Infantino Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) meldete sich ebenfalls zu Wort und warf Infantino unverantwortliches Handeln vor. „Die Vorgänge rund um dieses von Gianni Infantino initiierte Projekt müssen jetzt lückenlos aufgeklärt werden. Der Fifa-Präsident hat eigenmächtig, intransparent und letztlich auch unverantwortlich im Sinne des Fußballs gehandelt“, schrieb DFB (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dfb/) -Präsident Bernd Neuendorf. „Der Versuch, Fifa-Wettbewerbe für private Investoren zu öffnen, ist krachend gescheitert. Das ist unter anderem auch dem sehr geschlossenen Auftreten aller Uefa-Mitgliedsverbände zu verdanken“, so Neuendorf. Man müsse nun „gemeinsam mit der Uefa und anderen Konföderationen dafür sorgen, dass bei der Fifa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fifa/) eine grundsätzlich andere Kultur einzieht. Eine Kultur, in der vor allem Entscheidungen wieder von den Mitgliedern in den Gremien diskutiert und getroffen werden.“