Welt 16.08.2026
22:01 Uhr

Hindernisläufer Ruppert triumphiert mit historischem EM-Gold


Frederik Ruppert gewinnt in Birmingham als erster deutscher Leichtathlet seit 28 Jahren EM-Gold im 3000-Meter-Hindernislauf. Damit feiert er den sechsten und letzten Titel dieser EM für Deutschland. Mihambo hingegen geht leer aus.

Hindernisläufer Ruppert triumphiert mit historischem EM-Gold

Frederik Ruppert stürmte mit der Schnullergeste zum EM-Titel über 3000 Meter Hindernis und sorgte am Abschlusstag für das sechste und letzte deutsche Gold bei den Titelkämpfen in Birmingham – Malaika Mihambo (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/malaika-mihambo/) musste sich hingegen nach einer knapp verpassten Medaille mit aufbauenden Worten von ihrem Trainer Ulli Knapp trösten lassen. Die Weitspringerin war eine der wenigen Enttäuschten im deutschen Team. Die DLV-Athleten liefen und warfen sich am Abschluss-Wochenende in einen Medaillenrausch und sorgten mit insgesamt sechsmal Gold, zehnmal Silber und fünfmal Bronze für die beste EM-Bilanz (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/leichtathletik/) seit 1998 in Budapest. Im Medaillenspiegel bedeutete das hinter Gastgeber Großbritannien und der erfolgreichsten Nation Italien Rang drei. Ruppert gewann Gold in 8:25,33 Minuten und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Das deutsche Traumergebnis machte Karl Bebendorf als Dritter (8:26,65 Minuten) perfekt. Zweiter wurde der Luxemburger Ruben Querinjean. „Ich bin einfach nur dankbar und so glücklich“, sagte Ruppert kurz danach im ARD-Interview und erklärte auch seine Geste beim Zieleinlauf: „Ich werde im Januar Papa – und das hat mir extrem viel Kraft und Power gegeben dieses Jahr.“ Der 29-Jährige hatte in dieser Saison schon früh für Furore gesorgt, als er Ende Mai im marokkanischen Rabat den Europarekord auf 7:57,80 Minuten drückte. Nun das erhoffte EM-Gold. Der bis zu diesem Tag letzte EM-Titel eines Deutschen über 3000 Meter Hindernis lag 28 Jahre zurück – damals hatte Damian Kallabis triumphiert. Während Ruppert einen Start-Ziel-Sieg bejubelte, gelang Bebendorf mit einem famosen Finish noch der Sprung auf das Podium – dennoch war der 30-Jährige unzufrieden, wie er danach im Interview sagte: „Ich wollte eigentlich die Medaillenfarbe, die jetzt Frederik hat.“ Er habe es taktisch aber nicht richtig gemacht. Die beiden Deutschen sind gut befreundet, im Rennen dann oft Gegner um den Sieg. Niklas Buchholz kam als drittbester Deutscher auf den neunten Rang. Sensation im Speerwurf: Ulbricht gewinnt EM-Silber Kurz danach hatte das deutsche Team erneut Grund zum Jubeln: Speerwerferin Julia Ulbricht gewann sensationell Silber. Die 25-Jährige belegte im ersten großen Finale ihrer Karriere mit 61,53 Metern in ihrem ersten Versuch überraschend den zweiten Platz. Besser war nur Sara Kolak aus Kroatien (62,43 Meter). Dritte wurde die Serbin Adriana Vilagos (60,93 Meter). Die bislang letzte Medaille einer deutschen Speerwerferin bei einer EM hatte vor acht Jahren Christin Maurer, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Hussong, mit ihrem Titelgewinn bei der Heim-EM in Berlin geholt. Zuvor hatte sich am letzten Finalabend dieser EM auch die gemischte deutsche Sprint-Staffel die Silbermedaille gesichert. Kevin Kranz, Rebekka Haase, Heiko Gussmann und Gina Lückenkemper kamen über die 4x100 Meter nach 40,11 Sekunden ins Ziel. Den Sieg holte sich mit einem Europarekord in 39,97 Sekunden das Mixed-Team von Gastgeber Großbritannien. Zentimeter-Drama um Mihambo Enttäuschend verlief der Abend für Weitspringerin Malaika Mihambo, die ihre fünfte Medaille bei Leichtathletik-Europameisterschaften verpasst hat. Die 32-Jährige sprang in einem extrem knappen Finale 6,94 Meter – das reichte lediglich zu Platz fünf. „Ich habe leider ein paar technische Fehler gemacht“, sagte Mihambo mit Tränen in den Augen. „Am Ende lagen sechs Zentimeter zwischen mir und der Siegerin. Das ist der Sport.“ Gold ging an die Italienerin Larissa Iapichino, die 7,00 Meter sprang und Mihambo tröstete, als diese ihr gratulierte. Silber holte die Britin Jasmin Sawyers mit nur einem Zentimeter weniger vor der Französin Hilary Kpatcha mit 6,98 Metern.