Welt 14.09.2026
09:50 Uhr

„Katastrophal“ – Bundestrainer rät seinen besten Spielerinnen, Deutschland zu verlassen


Nach dem besten WM-Ergebnis knöpft sich Bundestrainer Olaf Lange die Strukturen im deutschen Frauen-Basketball vor. Er findet deutliche Worte – und hat einen Rat an die Top-Spielerinnen.

„Katastrophal“ – Bundestrainer rät seinen besten Spielerinnen, Deutschland zu verlassen

Basketball-Bundestrainer Olaf Lange hat seinen Spielerinnen zum Ende der Heim-WM offensiv geraten, die deutsche Liga zu verlassen. „Ich muss dafür Sorge tragen, dass unsere Top-Spielerinnen ins Ausland gehen. Solange sich da in der Liga nichts tut, wird es schwierig, diesen Erfolg zu halten“, sagte Lange am Abend. Zuvor hatten die Basketballerinnen das Bronze-Spiel gegen Spanien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/spanien/) deutlich mit 58:81 verloren und die erste WM-Medaille verpasst. Die Enttäuschung im Anschluss war groß, bei den Spielerinnen flossen viele Tränen. „Es ist sehr rückläufig“, sagt der Bundestrainer In Alexandra Wilke, Britta Daub und Emma Eichmeyer spielen drei der zwölf Spielerinnen in der Damen- Basketball-Bundesliga (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/basketball-bundesliga-bbl/) , die laut Lange in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur stagniert, sondern sich sogar rückwärts entwickelt habe. „Meine Zeit in der Bundesliga war von 1995 bis 2002. Damals hatten wir in den Top-Vereinen bessere Strukturen als heute – und wir sind in 2026. Das sagt schon alles. Es ist sehr rückläufig“, sagte Lange. Sein Team hatte in Berlin überraschend das Halbfinale erreicht und auf dem Weg dorthin Europameister Belgien besiegt. Platz vier bei einer WM ist das beste Abschneiden in der Geschichte der deutschen Basketballerinnen. Geht es nach dem Bundestrainer, kann die Liga mit dem Fortschritt des Nationalteams nicht mithalten. Die Situationen bei den Vereinen seien „halbprofessionell. Medizinisch sind die Situationen katastrophal“, kritisierte Lange. Die Damen-Bundesliga befindet sich weiterhin in einer Übergangsphase zwischen Amateur- und Profisport. In der Saison 2025/26 spielten nur zehn Teams mit, weil gleich vier sportlich qualifizierte Klubs aus wirtschaftlichen Gründen auf die Teilnahme verzichteten, darunter beide Aufsteiger aus der zweiten Liga: Göttingen, Leverkusen, Bochum und Osnabrück. Deutsche Meisterinnen wurden die Rutronik Stars Keltern (nahe Pforzheim), die ihre Heimspiele in der Sporthalle im Schulzentrum Dietlingen austragen. Die Website des Klubs (verlinkt auf https://www.rutronik-stars-keltern.de/) war am Montagmorgen nicht erreichbar, sie wird überarbeitet.