Welt 24.09.2026
14:27 Uhr

Mann springt für einen Blumenstrauß auf die Gleise


Ein Blumenstrauß für die Freundin hat einen Mann in Hamburg zu einer lebensgefährlichen Aktion verleitet. Nachdem die Blumen am S-Bahnhof Hammerbrook ins Gleis gefallen waren, sprang der 47-Jährige hinterher.

Mann springt für einen Blumenstrauß auf die Gleise

Für einen Blumenstrauß hat ein Mann in Hamburg eine ziemlich riskante Entscheidung getroffen. Der 47-Jährige stieg am Mittwochnachmittag am S-Bahnhof Hammerbrook ins Gleis, um einen Strauß Blumen wieder herauszuholen, der ihm kurz zuvor heruntergefallen war. Zu diesem Zeitpunkt herrschte regulärer S-Bahn-Verkehr. Damit hätte jederzeit ein Zug auf dem betroffenen Gleis unterwegs sein können. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Bundespolizei gegen 16.13 Uhr auf Gleis 1 des Bahnhofs. Mitarbeiter der DB Sicherheit bemerkten den Mann im Gleisbereich und forderten ihn auf, den Gefahrenbereich sofort zu verlassen. Anschließend alarmierten sie die Bundespolizei. Als die Beamten eintrafen, hatte der Mann die Blumen bereits wieder eingesammelt. In einem Gespräch schilderte der 47-Jährige, wie es zu der ungewöhnlichen Aktion gekommen war: Der Blumenstrauß sei in den Gleisbereich gefallen. Er habe ihn daraufhin wieder holen wollen. Ob hinter der spontanen Rettungsaktion romantische Motive oder einfach nur ein kurzer Moment des Ärgers über die heruntergefallenen Blumen standen, ist nicht bekannt. Die Erklärung klang offenbar so ungewöhnlich, dass die Bundespolizei den Vorfall anschließend anhand von Videoaufzeichnungen überprüfte. Die Auswertung bestätigte die Schilderung des Mannes. Auf den Bildern sei zu erkennen gewesen, wie der 47-Jährige einen Blumenstrauß aus dem Gleisbereich aufhob und anschließend das Gleis wieder verließ. Weitere Hintergründe für seinen Aufenthalt dort ergaben sich demnach nicht. Glimpflich endete die Sache für den Mann dennoch nicht. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Gleisaufenthalts eingeleitet. Nach Abschluss der Maßnahmen durfte er seinen Weg fortsetzen. Den Blumenstrauß konnte er behalten. Die Bundespolizei nahm den Vorfall zum Anlass, erneut vor dem Betreten von Gleisen zu warnen. Züge könnten nicht ausweichen, zudem seien die Bremswege oft deutlich länger, als viele Menschen vermuteten. Wer sich im Gleisbereich aufhalte, gefährde daher nicht nur sich selbst, sondern unter Umständen auch Reisende und Helfer. Die Beamten appellierten deshalb eindringlich, niemals Gleise zu betreten, um Gegenstände aufzuheben, eine Abkürzung zu nehmen oder Fotos zu machen.