Welt 21.09.2026
10:38 Uhr

Nach peinlicher Wahlschlappe – Putin will zurücktreten


Die Parlamentswahl hatte er sich ganz anders vorgestellt: Weil seine Partei Geeintes Russland die 100-Prozent-Marke weit verfehlte, kündigt Wladimir Putin nun persönliche Konsequenzen an.

Nach peinlicher Wahlschlappe – Putin will zurücktreten

Lange Gesichter in Moskau: Bei der Parlamentswahl kam die Kremlpartei Geeintes Russland laut vorläufigem Endergebnis auf gerade einmal 57,86 Prozent der Stimmen (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article6ab0736e708e760b5e065bbb/putins-kriegsparlament-kremlpartei-zur-wahlsiegerin-erklaert.html) und konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur Duma-Abstimmung 2021 lediglich um 8,06 Prozent verbessern. „Das Ergebnis können wir nicht schönreden, es ist ein Desaster“, sagte Wladimir Putin (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/wladimir-putin/) nach Bekanntgabe der ersten Prognosen. Er danke allen Wahlhelfern mit geladener Pistole oder ohne, Hackern und anderen engagierten Manipulatoren für ihren unermüdlichen Einsatz an den Urnen, so der russische Präsident. Putin will Verantwortung übernehmen An ihnen habe es sicherlich nicht gelegen, dass die Partei die angestrebte 100-Prozent-Marke bei Weitem verfehlt habe, stellte Putin unmissverständlich fest. „Wir übernehmen diese Verantwortung, ich übernehme diese Verantwortung, denn ich möchte unser Land voranbringen“, fügte der 73-Jährige hinzu. Deshalb wolle er den Weg freimachen für einen Neuanfang mit frischem Personal, das der Bevölkerung die Notwendigkeit von diktatorischen Reformen, Kriegen und regelmäßigen Botox-Behandlungen besser vermitteln könne. „Ich kann ja jetzt schlecht 42,14 Prozent der wahlberechtigten Russen aus dem Fenster stoßen lassen“, zeigte sich der Kreml-Chef ungewohnt selbstkritisch. Immerhin Wahlgewinne im Westen Ob es tatsächlich zu einem Rücktritt Putins kommt, ist allerdings noch offen. Parteifreunde sprechen dem Präsidenten im Hinblick auf die jüngsten Wahlergebnisse Mut zu: So sei es Putin immerhin gelungen, die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/landtagswahl-sachsen-anhalt/) zu gewinnen. Zudem werde Berlin demnächst höchstwahrscheinlich von der Nachfolgepartei der SED (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6aafe41a79d37abec14f11ca/wahl-in-berlin-linke-in-hochrechnungen-klar-vor-cdu-afd-knapp-vor-gruenen-spd-stuerzt-ab.html) regiert. „Ich bin ja durchaus dafür, Chaos in Deutschland zu stiften“, soll der russische Staatsführer darauf geantwortet haben, „aber das ist selbst mir zu krass!“ Friedrich Merz gratuliert Unerwarteten Zuspruch bekam der Kreml-Boss unterdessen aus Deutschland. So soll Friedrich Merz Putin telefonisch zu seiner Wahlniederlage gratuliert haben. „Kopf hoch, Wladimir“, habe ihm der Bundeskanzler gesagt. Und ihm einen wertvollen Tipp gegeben: „Ich kenne das. Man bekommt ein katastrophales Wahlergebnis, alle reden über einen Rücktritt – und dann erklärt man einfach, warum man jetzt erst recht weitermachen muss (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ab0068db1857e86757a8837/kanzler-gibt-statement-ab-das-ergebnis-ist-ein-desaster-sagt-merz-und-kuendigt-strikte-umsetzung-der-reformen-an.html) .“ Unabhängige politische Beobachter glauben: Sollten sich jetzt auch noch die russischen Länderchefs und Gouverneure mit einem Brief hinter Putin stellen, könnte es mit ihm bald tatsächlich vorbei sein. Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf https://www.facebook.com/glasauge.satire) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!