Welt 19.03.2026
14:00 Uhr

Nagelsmann holt zwei Neue und bootet einen BVB-Star aus


Für die letzten Tests vor der WM-Nominierung setzt Bundestrainer Nagelsmann in der Nationalmannschaft auf zwei Neulinge und sechs Rückkehrer. Ein Star vom FC Bayern wird bewusst geschont.

Nagelsmann holt zwei Neue und bootet einen BVB-Star aus

Am Montagnachmittag erwartet Julian Nagelsmann die deutschen Nationalspieler in Herzogenaurach. Auf dem Campus von Ausrüster Adidas startet der Bundestrainer die Vorbereitung auf die zwei anstehenden WM-Testspiele in Basel gegen die Schweiz am 27. März (20.45 Uhr/RTL) und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana (20.45 Uhr/ARD). Für die ersten beiden Partien des Jahres nominierte Nagelsmann zwei Newcomer und sechs Rückkehrer in den Kader. Erstmals dabei sind Mittelfeldspieler Lennart Karl und Torhüter Jonas Urbig (beide FC Bayern). Zudem kehren die Nationalspieler aus der englischen Premier League Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Kai Havertz (FC Arsenal) und Anton Stach (Leeds United) zurück – sowie Antonio Rüdiger (Real Madrid), Deniz Undav und Josha Vagnoman (beide VfB Stuttgart). „Wir freuen uns, dass es wieder losgeht und wir zwei sehr gute Gegner haben“, sagte Nagelsmann am Donnerstag bei der Präsentation des Kaders. Die Trainer, erklärte er, hätten mit Blick auf die Zusammenstellung des Kaders viel überlegt, „wie wir das angehen. Wir haben einen großen Kern, der die WM spielen wird. Aber wir haben auch Spieler dabei, die die Chance haben, auf den WM-Zug zu springen.“ Das würde auch für Spieler gelten, die aktuell nicht nominiert worden sind. Der Kader umfasst insgesamt 26 Spieler, mit denen sich der Coach und seine Assistenten, zu denen erstmals bei einem Lehrgang der kürzlich verpflichtete Alfred Schreuder zählt, ab kommender Woche auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) vorbereiten. Urbig dritter Keeper hinter Baumann und Nübel Für die anstehenden zwei Spiele verzichtet der Bundestrainer auf Karim Adeyemi. Bei den Partien in Luxemburg (2:0) und in Leipzig gegen die Slowakei (6:0) im November des vergangenen Jahres stand der offensive Mittelfeldspieler des BVB noch im Aufgebot, kam aber weder gegen Luxemburg (gesperrt) noch gegen die Slowakei zum Einsatz. Er sorgte dennoch für Aufsehen. Es war durch „Bild“ Recherchen bekannt geworden, dass der 23 Jahre alte Offensivspieler von Borussia Dortmund wegen illegalen Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 450.000 Euro per akzeptiertem Strafbefehl verurteilt worden war. Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler sprachen damals mit Adeyemi. (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article6920497adec1c2d0d0508ee1/illegaler-waffenbesitz-war-er-wirklich-so-ahnungslos-neue-details-im-fall-adeyemi.html) Nun fehlt er, wie auch Niclas Füllkrug. Der Stürmer, der in der Winterpause von West Ham United zum AC Mailand gewechselt war, um sich mit mehr Spielpraxis und Toren wieder ins Rampenlicht zu spielen, muss die Länderspiele als Zuschauer verfolgen. Im Sturm setzt der Bundestrainer lieber auf Havertz, Nick Woltemade und vor allem Deniz Undav. Letzterer ist derzeit Deutschlands bester Angreifer. Der Stürmer des VfB Stuttgart kommt bislang auf 21 Tore und zwölf Torbeteiligungen in 36 Pflichtspielen. Woltemade hingegen sammelte in 47 Pflichtspielen elf Tore und vier Vorlagen, Füllkrug erzielte ein Tor in 22 Spielen, allerdings fehlte der 24-malige Nationalspieler lange Zeit verletzt. So ging es auch Havertz, der erst kürzlich wieder in der Kader von Arsenal rückte. Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify (verlinkt auf https://open.spotify.com/show/7CX3rSNRL11YEnW7IzkWIS?si=82f337b82c6b4e32&nd=1&dlsi=56417d9ce6fc406c) , Apple Podcasts (verlinkt auf https://podcasts.apple.com/de/podcast/weltmeister/id1852960967) oder direkt per RSS-Feed (verlinkt auf https://weltmeister.podigee.io/feed/mp3) . In Absprache mit der medizinischen Abteilung des FC Bayern verzichtet Nagelsmann gegen die Schweiz und Ghana auf Jamal Musiala. Der Mittelfeldstar des deutschen Rekordmeisters hatte nach seinem Wadenbeinbruch erst im Januar sein Comeback gefeiert – und sammelt seitdem Spielpraxis. Sowohl Nagelsmann als auch die Bayern wollen in der Causa Musiala kein Risiko eingehen. In Abwesenheit von Musiala („Er soll die nötige Regenerationszeit bekommen, die er braucht. Alles andere bringt uns und den Bayern nichts“) hatte sich Lennart Karl in den vergangenen Monaten für höhere Aufgaben bei den Münchnern empfohlen. Der 18-Jährige, der im bisherigen Saisonverlauf sieben Tore erzielte und fünf vorbereitete, kam bislang nur in der deutschen U21-Auswahl zum Einsatz. „Ich erwarte, dass er seine jugendliche Unbekümmertheit auf den Platz bringt und frei von der Seele wegspielt“, sagte Nagelsmann in Bezug auf Karl: „Er bekommt keine besondere Aufgabe, Wunderdinge zu zeigen. Er soll das reinbringen, was er verkörpert.“ „Bayern verkörpert eine großartige Mentalität“, sagt Nagelsmann Mit Karl und Urbig sowie fünf weiteren Spielern stellen Bayern die stärkste Fraktion im Kader. „Er hat eine große Perspektive, wenn alles weiter so läuft im deutschen Fußball“, sagte Nagelsmann zu Urbig, der als designierter Nachfolger von Manuel Neuer beim FC Bayern die Zukunft verkörpert – und spätestens dann auch als programmierter Nummer-1-Anwärter in der DFB-Elf. Vorerst ist er aber noch der Lehrling. „Wir wollen ihn jetzt mal sehen“, sagte Nagelsmann. Für Urbig musste im aktuellen Kader Noah Atubolu (SC Freiburg) weichen. Als Nummer eins ist Oliver Baumann (1899 Hoffenheim) gesetzt, dahinter nominierte Nagelsmann in Absprache mit Bundestorwarttrainer Andreas Kronenberg den Stuttgarter Alexander Nübel. Angesprochen auf die starke Bayern-Fraktion sagte Nagelsmann am Donnerstag: „Generell ist es immer ratsam, einen gewissen Block zusammenzustellen, wenn man die Option hat. Bayern spielt eine hervorragende Saison und verkörpert eine großartige Mentalität“, sagte Nagelsmann – und verwies diesbezüglich auf die Reaktionen der Bayern nach dem Spiel in Leverkusen (1:1). Da hatten sich die Münchner, die in der Bundesliga mit neun Punkten Vorsprung auf Platz eins liegen, vehement über Entscheidungen des Schiedsrichters geärgert. Dass ein paar Spieler mehr aus England dabei seien, so Nagelsmann, habe nicht unbedingt etwas mit der Premier League zu tun. „Aber die Spieler sind körperlich gut und werden regelmäßig auf hohem Niveau gefordert.“