Welt 04.09.2026
07:29 Uhr

Polizei riegelt Umspannwerk in Niedersachsen ab – neuer Sabotageverdacht in NRW


Verdächtige Umstände an einem Umspannwerk in Ganderkesee lösen einen Großeinsatz aus. Zugleich ermittelt die Polizei in NRW nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands wegen Sabotageverdachts. Ein Bekennerschreiben wird geprüft.

Polizei riegelt Umspannwerk in Niedersachsen ab – neuer Sabotageverdacht in NRW

An einem Umspannwerk in Ganderkesee im niedersächsischen Landkreis Oldenburg läuft ein größerer Polizeieinsatz. Einsatzkräfte sperrten das Gelände weiträumig ab, auch ein Polizeihubschrauber kreise über der Anlage, berichtet die „ Bild (verlinkt auf https://www.bild.de/regional/niedersachsen/ganderkesee-polizeieinsatz-an-umspannwerk-wegen-verdachtsmomenten-6a9a483e240b302c8a8389e7) “. Die Polizei spricht lediglich von „verdächtigen Umständen“. Zu Beginn des Einsatzes unterstützte das Technische Hilfswerk die Maßnahmen vor Ort. Kurzzeitig war auch die Feuerwehr alarmiert. Was den Großeinsatz auslöste, teilten die Behörden noch nicht mit. Unklar ist auch, ob verdächtige Gegenstände entdeckt wurden oder eine konkrete Bedrohung bestand. Neuer Sabotageverdacht in NRW Ein verdächtiger Gegenstand wurde am Donnerstag an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf gefunden. Die Polizei geht von einem Sabotagedelikt aus. Den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, in dem auch andere – teils schon öffentlich bekannte – Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt seien, sagte ein Sprecher der Polizei Köln der Nachrichtenagentur dpa. Verfasser soll ein Mann aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis sein. Nach ihm werde derzeit intensiv gefahndet. „Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erstmal geprüft werden“, betonte der Polizeisprecher. Die „taz“ berichtete am Donnerstagabend, sie habe ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg erhalten, das laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden sei. Nach Angaben der Zeitung stellt sich der Absender als Einzeltäter dar, der die verwendeten Selbstbauraketen im Detail beschreibt und als Motiv auf „unermessliches Leid“ verweist, das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache. Die Polizei äußerte sich dazu bislang nicht. Die Untersuchungen an dem verdächtigen Gegenstand in Dormagen, den ein Spaziergänger am Donnerstagabend an dem Umspannwerk entdeckt hatte, seien bisher nicht abgeschlossen. Möglicherweise handle es sich dabei um eine „verdächtige Abschussvorrichtung“, sagte der Sprecher. Erwähnt werde in dem Schreiben auch eine Tat am Umspannwerk in Weisweiler bei Aachen. Es werde geprüft, ob auch hier „verdächtige Abschussvorrichtungen“ zu finden seien. Vorfälle auch in Bergheim und Jänschwalde Am Dienstag war es an einem Umspannwerk in Bergheim (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a97a9e0518a586e18560370/umspannwerk-in-nrw-behoerden-sprechen-von-anschlag-ermittler-sehen-parallelen-zu-vorfall-in-jaenschwalde.html) westlich von Köln zu einer Attacke gekommen. Nach Behördenangaben waren Kabel über die Oberleitung gebracht worden, wodurch es zu einem Kurzschluss kam. Im Nachhinein wurden mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt. Einen ähnlichen Vorfall hatte es wenige Stunden zuvor in Südbrandenburg gegeben. Dort war am Dienstagmorgen nahe dem Kraftwerk Jänschwalde mithilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt worden. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck wurden gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht. Die Ermittler hatten mitgeteilt, dass sie davon ausgehen, dass die Vorfälle in Bergheim und Jänschwalde auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.