Welt 02.09.2026
17:52 Uhr

Selenskyj bietet Merz nach versuchtem Anschlag am Flughafen Leipzig Unterstützung an


Der Präsident der Ukraine dankt Deutschland für die Unterstützung im Krieg – und bietet selbst welche an. In puncto Drohnen könne sein Land mit „Fachwissen und Erfahrung“ helfen.

Selenskyj bietet Merz nach versuchtem Anschlag am Flughafen Leipzig Unterstützung an

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Deutschland Unterstützung angeboten. Die Ukraine sei bereit, mit „Fachwissen, Erfahrung oder in anderen Bereichen“ zu helfen, in denen Deutschland Unterstützung benötige, erklärte Selenskyj am Mittwoch nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Unterhändler beider Länder stellten derzeit den Text eines geplanten Drohnen-Abkommens zwischen Berlin und Kiew fertig, erklärte Selenskyj auf X weiter. Dieses werde Deutschland und der Ukraine „zusätzliche Verteidigungsfähigkeiten“ verschaffen. Mit Merz habe er über den Inhalt der Vereinbarung und einen möglichen Zeitpunkt für deren Unterzeichnung gesprochen. Beide hätten ein persönliches Treffen vereinbart. Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine noch in diesem Monat neue Ausrüstung zur Luftverteidigung aus Deutschland erhalten werde. Er dankte Merz für die „beständige Unterstützung“ Deutschlands und dessen Führungsrolle beim Schutz der Menschen in der Ukraine. Die Bundesregierung hatte Russland am Dienstag für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen vom 4. August verantwortlich gemacht. Dort war eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden, in deren Nähe sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge befanden. Berlin kündigte daraufhin am Dienstag unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin an. Russland reagierte mit Gegenmaßnahmen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6a9814b69452c5223823163f/sanktionen-nach-drohnenvorfall-in-leipzig-eu-nimmt-touristenvisa-fuer-russen-ins-visier.html) . Moskau bestellte den deutschen Geschäftsträger ein. Der Diplomat Bernd Finke sei am Mittwoch „nach den antirussischen Handlungen und Äußerungen der deutschen Behörden“ einbestellt worden, erklärte das russische Außenministerium im Onlinedienst Telegram. Das deutsche Außenministerium bestätigte die Einbestellung.