Welt 15.10.2026
02:43 Uhr

Trump spricht von Erschießungen wie „in den alten Zeiten üblich“ und sucht Anführer für den Iran


Auf seiner Wahlkampf-Tour überrascht Donald Trump beinahe täglich mit neuen Vorschlägen. Jetzt möchte er Informanten der Medien erschießen lassen und bietet dem Publikum die Führung des Iran an.

Trump spricht von Erschießungen wie „in den alten Zeiten üblich“ und sucht Anführer für den Iran

Wer Informationen zu US-Militäreinsätzen an die Presse durchsticht, sollte nach Meinung von Präsident Donald Trump erschossen werden. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Arizona echauffierte er sich über einen unbekannten Tippgeber, der die Uhrzeit für Angriffe auf die iranischen Atomanlagen an Journalisten weitergegeben haben soll. „Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden“, sagte Trump – das sei auch „in den alten Zeiten“ schon üblich gewesen. Die US-Streitkräfte hatten im Juni 2025 im Rahmen der „Operation Midnight Hammer“ die iranischen Uran-Anreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie eine Atomeinrichtung in Isfahan bombardiert. Trump rechtfertigt den damaligen Militäreinsatz – wie überhaupt seinen Krieg gegen den Iran – immer wieder damit, dass die mit dem Verbündeten Israel verfeindete Islamische Republik keine Atombomben haben dürfe. Die Führung in Teheran beteuert stets, das Atomprogramm des Landes diene nur zivilen Zwecken und nicht der Entwicklung von Atomwaffen. Diese Darstellung wird jedoch nicht nur in den USA und Israel bezweifelt. „Ich bin wahrscheinlich ein bisschen zu weit gegangen“ Bei derselben Wahlkampfveranstaltung deutete Trump im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg scherzhaft an, zu viele Mitglieder der iranischen Führung getötet zu haben. Er fragte das Publikum spöttisch, ob jemand von den Anwesenden gerne die Führung der Islamischen Republik übernehmen wolle. Bei den gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffen zu Beginn des Krieges waren Irans Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, und große Teile der iranischen Führungsspitze getötet worden. „Also bin ich wahrscheinlich ein bisschen zu weit gegangen. Das tut mir leid, denn ich weiß nicht mehr, mit wem zum Teufel wir es überhaupt noch zu tun haben. Aber das wird sehr bald ein Ende haben“, sagte Trump und befeuerte damit Gerüchte, er werde gleich nach den Wahlen am 3. November den Iran noch einmal mit heftigen Angriffen überziehen.