Trotz der Waffenruhe und der laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA übereinstimmenden Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Schläge galten einer Anlage, die eine Bedrohung für US-Streitkräfte und die kommerzielle Schifffahrt darstellte, wie die Sender CNN (verlinkt auf https://www.cnn.com/2026/05/27/world/live-news/iran-war-us-news) und CBS News unter Berufung auf einen Beamten berichteten. Dem „ Wall Street Journal (verlinkt auf https://www.wsj.com/world/middle-east/u-s-military-conducts-new-strikes-on-iran-416f76cf) “ zufolge feuerte der Iran zunächst vier Drohnen auf amerikanische und zivile Schiffe ab. Der Bericht berief sich auf Angaben von zwei US-Beamten. Nach Angaben eines der Beamten schossen US-Kampfjets die Drohnen ab, ehe ein Kampfflugzeug vom Typ F/A-18 die Stellung angriff. Die Drohnen wurden demnach aus der Nähe der Stadt Bandar Abbas abgefeuert. Laut CBS News sagte ein US-Beamter, die seit Anfang April bestehende Waffenruhe im Iran-Krieg gelte weiterhin. Doch erst vor wenigen Tagen hatte es im Bereich der Straße von Hormus bereits gegenseitige Angriffe der Kriegsparteien gegeben. Kurz vor den US-Medienberichten waren aus dem Süden des Irans bereits Explosionen gemeldet worden. Östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden. Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus. Kuwait erneut unter Beschuss Die Revolutionsgarden gaben am Donnerstagmorgen bekannt, dass man die US-Luftwaffenbasis attackiert habe, von der aus das US-Militär auf ein Gebiet nahe dem Flughafen von Bandar Abbas gefeuert habe. Der Golfstaat Kuwait meldete Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Attacken abzuwehren, teilte die Armee des Landes auf der Plattform X mit. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen. Woher der Beschuss erfolgte, war zunächst ebenfalls unklar. Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar feuerte der Iran jedoch schon mehrmals Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. Trotz der geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten zuletzt vereinzelt erneuten Beschuss gemeldet. Iran will an roten Linien festhalten Nach Aussagen eines Politikers hält der Iran bei den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen fest. Der Iran werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen roten Linien abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf der Plattform X. Trump hatte den Verhandlungsstand zuvor als für ihn noch nicht zufriedenstellend bezeichnet. Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Der Politiker ist - soweit bekannt - nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden. Azizi schrieb auf X: „Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung.“ Der US-Präsident hatte kurz zuvor seine Drohung erneuert, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde. Er sprach davon, dann „die Sache zu Ende“ zu bringen. Seit dem 8. April herrscht im Iran-Krieg eine Waffenruhe, das Ringen um ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts dauert an.