Ein verletzter junger Seehund ist am Vormittag in Hamburg am Strand der Elbe in der Nähe des Anlegers Teufelsbrück gefunden worden. Das sagte Hamburgs Seehundschutzbeauftragter Olaf Nieß auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. Passanten war das Jungtier am Strand aufgefallen, sie hatten daraufhin Nieß verständigt. „Der Heuler hat eine Verletzung an der rechten Schulter, es sieht aus wie eine Schnittverletzung“, erklärte er. Vermutlich sei das Tier, das eine Größe von etwa 70 Zentimetern hat, unter Wasser mit etwas Scharfkantigem in Berührung gekommen. Nieß und ein Mitarbeiter bargen den Heuler und nahmen ihn mit, um ihn von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Wenn das Tier wieder gesund ist, wird Nieß es zur Seehundaufzuchtstation in Friedrichskoog bringen. „Mit den Kollegen sind wir schon in Kontakt“, sagte er. Sichtungen von jungen Seehunden in und an der Elbe bei Hamburg seien nicht ungewöhnlich, sagt Nieß, der deshalb neben seinem Hauptjob als Leiter des Hamburger Schwanenwesens, kurz Schwanenvater, auch für Seehunde zuständig ist. Fünf- bis zehnmal im Jahr müssten Tiere gerettet werden, darunter auch verletzte Jungtiere, so Nieß. Die Hauptgeburtszeit bei den Seehunden in der Deutschen See liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Einige hundert Jungtiere werden jedes Jahr mutterlos aufgefunden und in den Seehundstationen Friedrichskoog und Norddeich in Niedersachsen aufgezogen, bevor sie wieder ausgewildert werden. Die beiden Stationen sind nach einem internationalen Abkommen die einzigen berechtigten Aufnahmestellen für Heuler in Deutschland. In der Station in Friedrichskoog sind in diesem Sommer (Stand: 7. Juli) schon 185 Heuler aufgenommen worden. Der namenlose Heuler vom Elbstrand wird der erste in diesem Jahr aus Hamburg sein.