Im Prozess um die mutmaßliche Entführung zweier Kinder der Unternehmerin Christina Block hat eine zentrale Zeugin Einblicke in die Auswahl des beteiligten Teams gegeben. Ziel sei es gewesen, „keine Verbrecher“ einzusetzen, sagte die 51 Jahre alte Frau aus Israel vor dem Landgericht Hamburg. „Es hätten gute Leute sein sollen“, erklärte sie. Zudem sei stets betont worden, dass die Rückholaktion ohne Gewalt ablaufen müsse. Die Zeugin gilt laut Anklage als „rechte Hand“ des Chefs der beauftragten Sicherheitsfirma; ihre Vernehmung erstreckte sich über vier Verhandlungstage. Christina Block, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, ist angeklagt, nach einem langjährigen Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland zu bringen. Die Unternehmerin bestreitet die Vorwürfe. Neben ihr sind sechs weitere Personen angeklagt. Jonathan C. sollte mit den Kindern reden Parallel dazu wird ein weiterer mutmaßlicher Beteiligter als Zeuge gehört. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hamburg erhält der Beschuldigte Jonathan C. für die Dauer seiner Aussage sicheres Geleit. Zuvor hatten bereits drei Männer und eine Frau aus Israel eine solche Zusage erhalten. Alle müssen sich zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich selbst strafrechtlich verantworten. Im Fall von Jonathan C. hatte die Staatsanwaltschaft bislang erklärt, seine Rolle sei nicht bedeutend genug, um einen entsprechenden Antrag zu stellen. Gleichwohl habe das Ermittlungsgericht auf Antrag des Beschuldigten die Schutzmaßnahme gewährt. Laut Strafprozessordnung bedeutet das sichere Geleit unter anderem Befreiung von der Untersuchungshaft während der Aussage. Der Mann, der nach eigenen Angaben als Model arbeitet und früher längere Zeit in Hamburg lebte, hatte sich bereits im Frühjahr in Interviews aus Israel zu Wort gemeldet. Dort erklärte er, ihm sei vorab versichert worden, die geplante Rückholaktion sei rechtmäßig; er habe lediglich helfen wollen. Nach Aussagen anderer mutmaßlicher Beteiligter sei er kurzfristig hinzugezogen worden, auch weil er gut Deutsch spreche und mit den Kindern kommunizieren sollte.