Der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Partei wie auch die Grünen in Berlin vor einem Regierungsbündnis mit der Linkspartei gewarnt. „Ich würde mit keiner antisemitischen Partei koalieren“, sagte Gabriel am Montag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner Spezial“ zum Ausgang der Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. „Auch mit keiner, die sozusagen bei sich islamistische Töne zulässt.“ Es sei sicher kein Zufall gewesen, „dass der Chef des Remmo-Clans da auf der Wahlparty vorbeigegangen ist (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ab19da7b1857e86757aa159/linkspartei-berichte-haben-die-oeffentlichkeit-verunsichert-linken-politiker-kocak-meldet-sich-zu-wort.html) “, sagte Gabriel weiter. Er fügte hinzu: „Der wird schon vorher mal Kontakte gehabt haben.“ Er würde mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten, „weil die in sich Leute trägt, die mit diesem Staat nichts gemein haben“. „Sehr zum Schaden dieser Stadt“ Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) verwies mit Blick auf das Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag darauf, dass neben einer Regierung aus Linkspartei, Grünen und SPD auch ein Bündnis von CDU, Grünen und SPD möglich wäre. „Das ist auch eine Verantwortung für SPD und Grüne hier in Berlin“, sagte Frei und fügte hinzu: „Es gäbe natürlich eine Mehrheit jenseits der Linken.“ Auf eine mögliche Regierungsübernahme der Linken in Berlin blickt Frei mit Sorge. Die Linke in Berlin sei „eine linksradikale Partei“, sagte er im ZDF. „Die würde sehr zum Schaden dieser Stadt sein.“ Die Linkspartei wurde bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Es folgten CDU, AfD, Grüne und SPD. Neben einer rot-grün-roten Koalition wäre rechnerisch auch eine Zusammenarbeit von CDU, Grünen und SPD möglich. Der Umgang der Linken mit dem Thema Antisemitismus ist ein kritischer Punkt für mögliche Koalitionsgespräche der Linken mit Grünen und SPD. Mitgliedern des Remmo-Clans werden zahlreiche Straftaten vorgeworfen. Clan-Chef Isso Rammo war bei einer Wahlparty der Linken im Bezirk Neukölln erschienen. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, die das Amt der regierenden Bürgermeisterin anstrebt, distanzierte sich von dem Besuch. Auch der Publizist Michel Friedman meldete sich zu Wort und warnte ebenfalls SPD und Grüne vor einer Koalition mit der Linkspartei. „Wenn die SPD und die Grünen mit dieser Linken in Berlin koalieren, den antisemitischen Linksextremisten und Islamisten, die den Staat Israel auslöschen wollen, dann ist ihre Glaubwürdigkeit zutiefst erschüttert“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-neukollner-wahlparty-mit-hamas-sympathisant-michel-friedman-warnt-grune-und-spd-vor-koalition-mit-der-berliner-linken-16082112.html) Friedman will auch über muslimischen Antisemitismus sprechen Zwar würden Grüne und Sozialdemokraten Antisemitismus mit allen Möglichkeiten bekämpfen. Man dürfe dabei aber nicht nur in die Richtung von Rechtsextremen schauen, sondern auch auf Teile der Muslime in Deutschland. „Ich kenne keine Berliner Juden, die muslimische Mitbürger angegriffen haben. Aber ich kenne viele Juden, die von Muslimen angegriffen wurden“, sagte er. Friedman, der früher selbst CDU-Mitglied war, griff in dem Interview auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen Aussagen zu Antisemitismus im Land an. „Wenn Friedrich Merz heute sagt, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher ist, welchen Schluss soll ich dann eigentlich für mein Leben und meine Familie daraus ziehen?“, fragte Friedman, der mit der TV-Moderatorin Bärbel Schäfer verheiratet ist. In dem Zusammenhang drohte Friedman auch damit, auszuwandern. „Wenn der Staat mich nicht schützen kann und der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland das offen ausspricht, dann muss ich dieses Land doch verlassen?“, so der 70-Jährige Vater zweier Söhne. Friedrich Merz müsse nun handeln, statt nur darüber zu reden, dass er handeln müsse.