Fast wie am Fließband sollen die Pakete mit den E-Zigaretten verschickt worden sein. Doch für die mutmaßlichen Betreiber eines Onlinehandels mit illegalen Vapes, also Einweg-E-Zigaretten, war am Mittwoch Schluss: Mehr als 130 Zollfahnder durchsuchten in Hamburg Wohnungen und Lagerhallen und stellten dabei rund 150.000 unversteuerte E-Zigaretten sicher. Nach Angaben des Zollfahndungsamtes Hamburg richtet sich das Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verdächtige im Alter zwischen 25 und 38 Jahren. Sie sollen seit mindestens 2025 über einen Onlineshop Einweg-E-Zigaretten an Kunden im gesamten Bundesgebiet verkauft haben. Die Ermittler sprechen von „illegalen und nicht verkehrsfähigen“ E-Zigaretten. Die sichergestellten Produkte waren nach Angaben des Zolls zudem nicht versteuert. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Beamten neben den E-Zigaretten auch Computer, Handys, Versandmaterial und Etikettiermaschinen. Der mutmaßlich hinterzogene Steuerbetrag beläuft sich nach Angaben des Zolls auf rund 1,2 Millionen Euro. Nach bisherigen Erkenntnissen lagerten die Verdächtigen ihre Ware in mehreren Hallen in Hamburg. Außerdem sollen sie Strohmänner und Firmen genutzt haben, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Der Leiter des Zollfahndungsamtes Hamburg, Nils Gärtner, sprach von einem bedeutenden Schlag gegen den illegalen Handel. „Der Zoll bekämpft konsequent Steuerhinterziehung und schützt zugleich die Gesundheit der Bevölkerung“, sagte er. Es drohen hohe Strafen Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei. Im Falle einer Verurteilung drohen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Auf E-Zigaretten und die darin verwendeten Liquids werden seit Juli 2022 Tabaksteuern erhoben. Zudem gelten strenge Vorgaben für Kennzeichnung und Inhalt. So dürfen vorbefüllte Tanks und Kartuschen höchstens zwei Milliliter Flüssigkeit enthalten. Die Vorschriften sollen Verbraucher vor einer übermäßigen Nikotinaufnahme schützen.