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17.08.2026
17:50 Uhr
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Diese Frage beschäftigt unsere Autorin seit ihrem Wegzug aus Sachsen-Anhalt – und führt zu Streit mit ihrer besten Freundin.

Die größte Krise meiner wichtigsten Freundschaft begann mit einer Regenbogenflagge. Ich entdeckte sie am Himmel über Quedlinburg, drehte mich zu meiner besten Freundin und sagte: »Eine LGBTQ-Flagge. Hier. Erstaunlich.« Ich meinte das anerkennend, als Lob für eine starke Geste in Sachsen-Anhalt. Meine Freundin verstand es völlig anders. »Warum erstaunlich?«, fragte sie. So begann der erste große Streit in unserer mehr als zwanzigjährigen Freundschaft, eine Art persönlicher Ost-West-Konflikt. Meine beste Freundin und ich waren im selben Kindergarten, saßen bei der Einschulung nebeneinander, feierten zusammen unser Abitur. Sollte ich irgendwann heiraten, wird sie meine Trauzeugin. Für sie ist Sachsen-Anhalt ein Bundesland wie jedes andere, mit Problemen, die auch überall sonst auftreten können. Ich hingegen habe das Gefühl, die Herausforderungen sind in meinem Heimatbundesland besonders groß. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Und ich schäme mich dafür, aus der Ferne. Ich, die weggezogen ist und nie wieder zurückmöchte. Ich, die ihre Wahlberechtigung mit nach Hamburg genommen hat, nach Westdeutschland.