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23.09.2026
16:01 Uhr
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Donald Trump ist ein autoritärer Herrscher im Niedergang, sagt die US-Historikerin Ruth Ben-Ghiat. Das mache ihn noch gefährlicher. Hoffnung aber gebe es dennoch.

Ruth Ben-Ghiat ist Professorin für Geschichte und Italian Studies an der New York University. Sie ist Autorin von »Strongmen: Mussolini to the Present«. Auf Substack schreibt sie über autokratische Strukturen und die Angriffe auf die US-Demokratie. DIE ZEIT: Donald Trump war zuletzt nicht gerade auf Erfolgskurs. Trotzdem verkauft er noch immer alles als den größten Deal aller Zeiten. Wie wichtig ist es für den US-Präsidenten, das Image des starken Mannes aufrechtzuerhalten? Ruth Ben-Ghiat: Für einen angehenden autoritären Führer wie Donald Trump, der viel Zeit und politische Energie in den Aufbau eines Persönlichkeitskults investiert hat, muss alles als Erfolg erscheinen. Nur so lässt sich ein solcher Kult aufrechterhalten. Seit Mussolini gehört zur inneren Logik autoritärer Führer, dass er als allmächtig und unfehlbar gilt. Trump steht da in einer langen Tradition. Auch für ihn erklären religiöse Autoritätspersonen öffentlich, er sei durch Gottes Willen im Amt; alles, was er tue, habe daher Sinn, ja Schicksalscharakter. Deshalb muss bei ihm weiterhin alles als Sieg erscheinen, obwohl für immer mehr Menschen sichtbar wird, dass er einen Fehler nach dem anderen macht.