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17.03.2026
18:25 Uhr
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Seit fast 50 Jahren betreibt Klaus Bittermann die Edition Tiamat, doch jetzt boomt sein Kleinverlag. Denn hier wird furchtlos aktueller Antisemitismus seziert.

Klaus Bittermann schreibt 2011 in seinen Kreuzberger Szenen, die RAF habe im Graefekiez, der damals noch nicht so hieß, ihr letztes Refugium gefunden. Es gab dort noch keine globale Jugendbewegung auf der Admiralbrücke und keine veganen Waffelbuden in Berlin. Es gab dafür das "Standesamt", eine alteingesessene Eckkneipe, vor der er früher auch schon mal ein Spezialeinsatzkommando in schusssicheren Westen erlebt hatte: "Ich beobachtete den Einsatz und zischte ›Scheißbullen‹ beziehungsweise ›Bullenschweine‹. In Zeiten der Hausbesetzerbewegung Anfang der Achtzigerjahre machte man das so."