Zeit 15.08.2026
17:18 Uhr

(+) Isabel Allende: »Mit der Liebe ist es wie mit Lebensmitteln: Man lässt sie so lange wie möglich im Regal stehen, bis das Verfallsdatum erreicht ist«


Als Isabel Allende mit 70 Single war, meldete sich ein Leser, jeden Tag. Heute ist er ihr dritter Mann. Ein Gespräch über den Ehealltag als weltberühmte Schriftstellerin.

(+) Isabel Allende: »Mit der Liebe ist es wie mit Lebensmitteln: Man lässt sie so lange wie möglich im Regal stehen, bis das Verfallsdatum erreicht ist«
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 33/2026. ZEITmagazin: Frau Allende, in vielen Ihrer Bücher geht es um eine Liebe, die sogar den Tod überdauert. Sie selbst heirateten schon mit 19. Und dann, mit 73, ging auch Ihre zweite Ehe zu Ende, und Sie lebten zum ersten Mal ohne einen Mann. Wie war das, so spät noch mal Single zu sein? Isabel Allende: Ich dachte, es würde hart werden, aber das war es nicht. Ich rechnete auch nicht damit, dass ich je wieder eine Beziehung hätte. Mit meinem Ex-Mann Willie hatte ich ein großes Haus. Das verkaufte ich, gab alles weg und zog in ein sehr kleines Haus, mit dem Gedanken, dass ich den Rest meines Lebens allein mit meinen Hunden verbringen würde. Und ich war sehr, sehr glücklich. Ich bin sehr ordentlich und arbeite viel, niemand hat mir dazwischengefunkt, und ich musste mir um niemanden Gedanken machen. Ich habe sehr viel geschrieben und hatte gar nicht das Bedürfnis, mit jemandem zusammen zu sein. Wobei, ich hatte ein paar Männer in der Zeit, aber nichts Ernstes.