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19.03.2026
13:46 Uhr
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Der Tod des großen Philosophen verleiht seinem Werk neue Brisanz. Hier schreiben herausragende Intellektuelle über seinen Einfluss auf Recht, Medizin und Gesellschaft.

Jürgen Habermas las viel, bis zuletzt war er auf dem neuesten Stand. Er las auch, was über ihn geschrieben wurde, und konnte darüber leidenschaftlich verzweifeln. Seine Interventionen zum Krieg in der Ukraine riefen Unverständnis hervor, man sah den blinden Fleck: Wie konnte einer wie er, der als junger Flakhelfer in der NS-Zeit selbst befreit worden war, für einen auch für Russland gesichtswahrenden Frieden plädieren? Für Habermas war das kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil: Die Kritik wurde zum Ansporn, mit den Mitteln des Diskurses weiterzukämpfen. Er wollte nicht lockerlassen. Er wollte überzeugen.