|
27.05.2026
14:31 Uhr
|
Kyjiw erlebt den schwersten Raketenbeschuss im laufenden Angriffskrieg. Russlands Präsident Wladimir Putin braucht dafür keinen Anlass – nur gut gefüllte Arsenale.

Niemand, wirklich niemand in Kyjiw war überrascht, als in der Nacht von Samstag auf Sonntag die ersten Explosionen ertönten, immer weitere sprengstoffbepackte Drohnen sowie Marschflugkörper und ballistische Raketen auf die Hauptstadt zuflogen. Die Wohnhäuser bebten wie nie zuvor, überall in der Stadt zerbarsten Fenster durch die Druckwellen, eine Markthalle brannte ab, ein Museumsgebäude wurde komplett verwüstet. Vier Menschen starben, und vermutlich blieb die Zahl der Toten nur deshalb so klein, weil viele nach den ersten Warnungen der ukrainischen Behörden in U-Bahn-Stationen und Tiefgaragen flohen. Es war der schlimmste russische Luftangriff auf Kyjiw jemals. Wobei der vorausgehende schlimmste Angriff gerade einmal zehn Tage zurücklag und der nächste sicherlich in ein paar Tagen bis Wochen kommen wird. In aller Kürze also: In Kyjiw nichts Neues, nur alles noch schlimmer.