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18.03.2026
16:00 Uhr
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Psilocybin wurde als Wundermittel gehypt. Jetzt zeigt eine der besten Studien: Das stimmt so nicht. Manchen Patienten könnte der Stoff aus Magic Mushrooms dennoch helfen.

Die Hoffnung war immens. Endlich ein neues Medikament gegen hartnäckige Depressionen, nach Jahrzehnten! Erste Studien mit Psychedelika – Mitteln, die das Bewusstsein verändern – hatten eine regelrechte Euphorie ausgelöst. Und jetzt: Ernüchterung. Der Psychiater Johannes Jungwirth, der an der Universitätsklinik Zürich den Stoff Psilocybin erforscht, sagt: "Genau das hat die Forschung gebraucht." Für den Dämpfer sorgte eine außergewöhnliche Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und der Charité in Berlin, die jetzt im Fachmagazin JAMA Psychiatry erschienen ist. Es ist eine der größten Untersuchungen zu dem Thema, und eine der methodisch strengsten: 144 Depressionspatientinnen und -patienten, denen herkömmliche Medikamente und Psychotherapien nicht gut genug geholfen hatten, wurden entweder mit Psilocybin, das in Magic Mushrooms steckt, oder mit einem Placebo behandelt, zufällig zugeordnet. Und es ist die erste Studie zur Wirkung der Substanz bei Depressionen, die beim wichtigsten Kriterium – eine Halbierung der Symptome – kein signifikantes Ergebnis zeigte. Anders gesagt: Die Resultate könnten auch Zufall sein.