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01.10.2026
19:00 Uhr
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Die jüdische Philosophin Susan Neiman bezeichnet Vorwürfe des Antisemitismus gegen die Berliner Linkspartei als »Hetze«. In der Stadt hofft sie auf einen Mamdani-Effekt.

Eine Gruppe von Berliner Jüdinnen und Juden hat sich mit einem offenen Brief in die aktuelle Debatte um Antisemitismus in der Linkspartei eingeschaltet. Darin nehmen sie die Linke in Schutz und werfen Kritikern der Partei vor, den Antisemitismusbegriff zu instrumentalisieren. Der offene Brief wurde von 150 Personen unterzeichnet, darunter die Philosophin Susan Neiman, die wir zum Gespräch in New York erreichen. DIE ZEIT: Susan Neiman, warum haben Sie den offenen Brief unterschrieben? Susan Neiman: Antisemitismus ist ein ernsthaftes Problem, deshalb ist es mehr als widerlich, sondern geradezu zynisch, wenn der Vorwurf missbraucht wird. Wir erleben eine Hetze gegen die Linkspartei, die unter anderem von vielen Personen betrieben wird, die der CSU nahestehen. Diese Hetze ist ein sehr gutes Beispiel für die rechte Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs. Diese Instrumentalisierung findet man überall auf der Welt, und sie ist gefährlich, denn sie dient rechten Akteuren dazu, den eigenen Antisemitismus und Rassismus zu verschleiern – Donald Trump ist ein Paradebeispiel. So ist es auch in diesem Fall: Hier wird mit dem Finger gerade auf die Partei gezeigt, die nach mehreren Studien von allen Parteien am wenigsten antisemitisch ist. Übrigens lebe ich seit 17 Jahren in Neukölln, und ich habe mein Kreuz bei der Linkspartei gemacht.