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12.03.2026
09:58 Uhr
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Auch davon profitierte Hitler auf dem Weg zur Macht, sagt die Historikerin Ute Daniel. Denn am Ende war der Staat nicht mehr nur schlank, sondern sturmreif gespart.

DIE ZEIT: Frau Daniel, "Hitler lässt sich nicht durch Hitler erklären", schreiben Sie in Ihrem neuen Buch Im Zwischenreich über die Weimarer Republik; die NSDAP sei nur der Profiteur gewesen. Der Profiteur von was? Ute Daniel: Wie sich die führenden Akteure in Politik und Wirtschaft während der Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre verhielten, war ungleich wichtiger als alles, was Hitler tat oder unterließ. Man sollte deshalb nicht so sehr auf die NSDAP starren, wenn man begreifen will, wie Hitler an die Macht gelangen konnte. Ich habe mich in meinem Buch auf zwei Dinge konzentriert: die Rolle des Militärs – und die Frage der Staatsfinanzierung.