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19.03.2026
10:22 Uhr
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist heftig überfordert in seinem Amt. Aber das Problem ist viel größer: Etwas läuft grundsätzlich falsch im Staate Deutschland.

Was bringt einen Kulturstaatsminister dazu, sich aufzuführen, als wollte er in seiner Amtszeit so ziemlich jede Institution in seinem Bereich dermaßen beschädigen, dass, wer immer sein Nachfolger wird, in jedem Fall das Zeug zur Trümmerfrau mitbringen muss? Die Antwort, die derzeit vielerorts zu lesen ist, lautet: Der Mann ist überfordert. Und in der Tat: Wolfram Weimers Verhalten in der Frage, ob Tricia Tuttle Berlinale-Leiterin bleiben will oder darf, ist mit "planlos" halbwegs freundlich beschrieben. Eine noch unglücklichere, dafür umso trotzigere Figur gab der Minister ab, als er meinte, mal eben drei Buchhandlungen von der Preisträgerliste des Deutschen Buchhandlungspreises streichen zu können, auf die sich eine unabhängige, von ihm berufene Jury geeinigt hatte. Erst düpierte er diese Jury, indem er ihre Liste vom Verfassungsschutz prüfen ließ. Dann ließ er gegenüber den Buchhandlungen, über die der Verfassungsschutz "etwas" (bis heute ist unklar, was) zu wissen meint, behaupten, es sei die Jury gewesen, die sie leider nicht berücksichtigt habe. Und schließlich, als die Empörungswellen gar zu hoch schlugen, sagte er die Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse einfach ab.