Zeit 08.10.2026
19:10 Uhr

Abschreckung gegen Russland: Nato kündigt Atomwaffen-Übung an


Abschreckung gegen Russland: Nato kündigt Atomwaffen-Übung an
Die Nato beginnt an diesem Dienstag ihr j\u00e4hrliches Man\u00f6ver zur Verteidigung des B\u00fcndnisgebiets mit Atomwaffen. An der \u00dcbung \u00abSteadfast Noon\u00bb werden sich nach Angaben aus dem Hauptquartier der Allianz Streitkr\u00e4fte aus 17 L\u00e4ndern beteiligen. Gastgeber der rund eineinhalbw\u00f6chigen \u00dcbung ist in diesem Jahr Italien. Zu Details gab es zun\u00e4chst keine Angaben. Aus der B\u00fcndniszentrale hie\u00df es lediglich, der Umfang sei mit dem im Vorjahr vergleichbar. Damals hatte die Nato von rund 2.000 beteiligten Milit\u00e4rs und mehr als 70 beteiligten Flugzeugen gesprochen. Darunter waren auch deutsche Kampfjets, die in der Lage sind, in Europa stationierte US-Atombomben zu transportieren. Demonstration der St\u00e4rke Nato-Nuklearpolitikchefin Nassima Barrows sagte zu der bevorstehenden \u00dcbung, \u00abSteadfast Noon\u00bb solle demonstrieren, dass die Nato im Fall der F\u00e4lle bereit sei, das B\u00fcndnisgebiet zu verteidigen und auch \u00fcber die erforderlichen F\u00e4higkeiten verf\u00fcge. Echte Atomwaffen w\u00fcrden aber nat\u00fcrlich nicht eingesetzt. Der im B\u00fcndnis f\u00fcr Nuklearoperationen zust\u00e4ndige Oberst David Bull erkl\u00e4rte, es gehe vor allem darum, das Zusammenspiel aller Beteiligten zu trainieren, um eine sichere, glaubw\u00fcrdige und verl\u00e4ssliche nukleare Abschreckung aufrechtzuerhalten. Nach Nato-Angaben steht die \u00dcbung in keinem Zusammenhang mit aktuellen weltpolitischen Ereignissen und richtet sich auch nicht gegen ein bestimmtes Land. In ihrer Bedrohungsanalyse hat die Allianz allerdings seit Jahren vor allem Russland im Blick. Erst in der vergangenen Woche wurde Moskau auch wieder nukleares S\u00e4belrasseln vorgeworfen. Keine Angaben zum Szenario Grund daf\u00fcr, dass Deutschland als Land ohne eigene Atomwaffen regelm\u00e4\u00dfig an der \u00dcbung teilnimmt, ist die sogenannte nukleare Teilhabe der Nato. Sie sieht vor, dass in Europa stationierte US-Atomwaffen vom Typ B61 im Ernstfall auch von Flugzeugen von Partnerstaaten abgeworfen werden und dann etwa gegnerische Streitkr\u00e4fte ausschalten. US-Atomwaffen sollen offiziell unbest\u00e4tigten Angaben zufolge zum Beispiel in Norditalien, in Belgien sowie in den Niederlanden und im rheinland-pf\u00e4lzischen B\u00fcchel lagern. Zum genauen \u00dcbungsszenario machte die Nato keine Angaben. Milit\u00e4rexperten zufolge wird bei den regelm\u00e4\u00dfig im Oktober stattfindenden Man\u00f6vern aber unter anderem ge\u00fcbt, wie man die Waffen sicher aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert und unter die Kampfjets montiert. Wie bei den anschlie\u00dfenden Angriffs\u00fcbungen werden allerdings auch dabei nur \u00dcbungsbomben ohne echten Kernsprengkopf verwendet. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261008-930-811465/1