Zeit 18.08.2026
15:36 Uhr

Bahn: Erfurter Brückenteile werden auf Schäden untersucht


Bahn: Erfurter Brückenteile werden auf Schäden untersucht
Die umfangreichen Arbeiten an einer Bahnbrücke am Schmidtstedter Knoten in Erfurt sollen nach Angaben der Deutschen Bahn auch Hinweise auf mögliche Brückenschäden an anderen vergleichbaren Bauten in Ostdeutschland liefern. Nach dem Ausbau der Brücke würden Teile der Stahlkonstruktion von einem Ingenieurbüro auf etwaige Schäden untersucht, sagte der zuständige Projektleiter der Bahn-Gesellschaft DB InfraGO, Thomas Walter. Beim Bau dieser Brücke im Jahr 1974 sei Stahl einer bestimmten Charge verwendet worden, die im Verdacht steht, anfällig für bestimmte Korrosionsschäden zu sein. Dieser Stahl sei auch in anderen Brücken im Osten Deutschlands eingebaut worden, unter anderem bei der Carolabrücke in Dresden. Diese Brücke war im September 2024 teilweise eingestürzt. Die Bahnbrücke am Schmidtstedter Knoten in Erfurt wird in einem Stück mit Hilfe von 16 Pressen um etwa 1,40 Meter angehoben und dann mit Hilfe von zwei Transportmodulen auf eine Behelfskonstruktion bewegt. Dafür wird die Brücke etwa 50 Meter weit gefahren. Sie wiegt nach aktuellen Angaben der Bahn etwa 1.500 Tonnen. Bislang war die Bahn von einem Gewicht von etwa 1.800 Tonnen ausgegangen. An Nachmittag gab es beim Anheben technische Schwierigkeiten. Der Vorgang dauerte deshalb länger als erwartet. Schnelle Umsetzung Auf dieser Behelfskonstruktion soll sie in den nächsten Tagen zerkleinert werden. Anstelle des bisherigen Brückenteils sollen Anfang September zwei neue Brückenteile eingebaut werden. Für die Arbeiten ist eine der wichtigsten Kreuzungen in Erfurt gesperrt worden. Auch zwei Gleise des Hauptbahnhofs in Erfurt sind wegen der Arbeiten derzeit nicht befahrbar. Das Ausheben des bisherigen Brückenteils ist ein entscheidender Moment für die Arbeiten an dieser Großbaustelle. Walter sagte, auch für DB InfraGO sei ein solches Projekt nicht alltäglich. Zwar sei es nicht ungewöhnlich, dass im Zuge solcher Arbeiten so schwere Lasten bewegt würden. Allerdings seien die Arbeiten an der Brücke unter großem Zeitdruck geschehen. Üblicherweise dauere es etwa sieben bis acht Jahre, ein solches Projekt umzusetzen. Im Falle dieser Brücke am Schmidtstedter Knoten liege die Projektlaufzeit bei etwa einem Jahr. Das sei unter anderem dadurch möglich geworden, dass sich die Stadt Erfurt und die Bahn dabei eng abgestimmt hätten. © dpa-infocom, dpa:260818-930-547157/2