Zeit 29.09.2026
08:28 Uhr

Bürgerkrieg in Myanmar: Zahlreiche Tote bei Luftangriff durch Militär in Myanmar


Das Militär greift in Myanmar eine seit dem Bürgerkrieg abgeschnittene Region an. Zeugen berichten von etwa 50 Toten und vielen Verletzten nach dem Abwurf von Bomben.

Bürgerkrieg in Myanmar: Zahlreiche Tote bei Luftangriff durch Militär in Myanmar
Mindestens 49 Menschen sind in Myanmar laut Augenzeugen bei einem schweren Luftangriff des Militärs getötet worden. Fast 60 weitere wurden demnach verletzt, viele von ihnen schwer. Von einem Kampfflugzeug angegriffen wurden ein Markt und eine Brücke in der Stadt Kyauktaw im westlichen Bundesstaat Rakhine. Das berichteten der Sender DVB TV und die ethnische Rebellengruppe Arakan Army, die seit Jahren gegen das Militär kämpft. »Der Kampfjet hat insgesamt dreimal Bomben abgeworfen«, sagte ein Bewohner von Kyauktaw der Deutschen Presse-Agentur. Der betroffene Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region. Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs und der von der Armee verhängten Beschränkungen der Handelswege weitgehend vom übrigen Myanmar abgeschnitten. Die Bevölkerung ist deshalb eigenen Angaben zufolge auf Versorgungswege über die Nachbarländer angewiesen. Kyauktaw wird von der Arakan Army kontrolliert, einer bewaffneten ethnischen Organisation, die für eine größere Autonomie Rakhines kämpft. Das Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Menschenrechtsorganisationen werfen den Streitkräften schon lange vor, gezielt Orte anzugreifen, die nicht in direktem Zusammenhang mit militärischen Operationen stehen. Darunter sollen Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete sein. Mehr als 100.000 Tote seit Militärputsch Die Kämpfe in Rakhine haben laut UN-Angaben bereits fast eine halbe Million Menschen zur Flucht gezwungen . Der Konfliktbeobachtungsstelle ACLED zufolge hat der Bürgerkrieg seit dem Militärputsch im Jahr 2021 zu mehr als 100.000 Toten geführt. Seit dem Putsch befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither kommt es zu Gewalt und Widerstand gegen die Junta. Die Wirtschaft des Landes wird durch die Krise geschwächt.