Zeit 10.08.2026
12:01 Uhr

Druck auf Gianni Infantino: Fußballverbände Europas, Asiens und Nordamerikas kritisieren Infantino


Der Druck auf Fifa-Präsident Gianni Infantino steigt. In einem offenen Brief werfen ihm Uefa, AFC und Concacaf »Täuschung« vor und fordern Aufklärung.

Druck auf Gianni Infantino: Fußballverbände Europas, Asiens und Nordamerikas kritisieren Infantino
In der Debatte um gescheiterte Investorenpläne beim Fußball-Weltverband Fifa gibt es weiter Kritik an Fifa-Präsident Gianni Infantino. In einem offenen Brief äußerten sich die Fußballverbände von Europa (Uefa), Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (Concacaf) zu den Vorgängen. Infantino wird in dem Schreiben nicht namentlich erwähnt, aber dennoch indirekt kritisiert. »Wenn Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn ein Einzelner sich über die Gemeinschaft stellt, die ihn mit Autorität betraut hat«, dann sei die Pflicht zum Dienst an der Fußballfamilie missachtet worden, heißt es in dem Brief. Infantino wollte Rechte an Fifa-Turnieren an private Investoren verkaufen. Nach riesiger Empörung und Boykottandrohungen musste er das Vorhaben aufgeben. »Grundlegender Vertrauensbruch« In dem Brief wird vor allem der Alleingang Infantinos kritisiert. Ein Vorschlag, »der in einem stark verkürzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde«, bevor die Mitgliedsverbände die Bedingungen angemessen hätten prüfen können, sei »nicht das Ergebnis eines Versehens – sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine Überprüfung einzuschränken«. Die Verfasser bezogen sich auf ein Schreiben der Fifa, in dem diese Fehler bei den Investorenplänen eingeräumt hatte. Darin sei aber lediglich fehlerhafte Kommunikation thematisiert worden. »Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war.« Es fehle bei der Fifa weiterhin die Einsicht, dass es sich nicht um einen Verfahrensfehler gehandelt habe, sondern um einen »grundlegenden Vertrauensbruch gegenüber den Institutionen«. Im März 2027 wird in Marokko der Fifa-Präsident für die nächsten vier Jahre gewählt. Bisher ist Infantino der einzige Kandidat. Zuletzt gab es erste Rücktrittsforderungen gegen Infantino, etwa vom norwegischen Fußballverband und vom deutschen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.